Milliardengeschäft Rotlicht
Was versteckt sich hinter der EIPEM-R-Immobilien Invest KG in Frankfurt am Main?
Eine Leserin machte mich auf das Prospekt eines Private Equity Fonds aufmerksam. Erst konnte ich es nicht glauben, dachte, das ist ein perverser Witz. Wer ist dieser Fond? EIPEM Redlight Immobilien Investments, auch RImmobilien Invest KG, ist in Frankfurt am Main gemeldet, in der Goethestr. 10, also einer Toplage. Glaubt man den Initiatoren ist die Investition in diesen Private Equity Fond der besonderen Art ein Superdeal. Die künftigen Investoren könnten mit einer sagenhaften Rotlicht-Rendite in Höhe von 345 Prozent rechnen. So steht es auf der Webseite (www eipem.de) der Herren, die diesen Fonds aufgelegt haben. Das verspricht unter anderem der Gründer des Fonds, der Mannheimer Rechtsanwalt und Strafverteidiger Wolfgang Spohr. Seine Schwerpunkte sind, laut seines Internetauftritts (www.ra-spoor.de), unter anderem das Betäubungsmittelstrafrecht, Jugendstrafrecht, Sexualstrafrecht, Steuerstrafrecht. Und jetzt wechselt er anscheinend in ein neues Metier – oder vielleicht doch nicht?
Jedenfalls passt das Geschäftsmodell, strafrechtlich gesehen, wie die Faust auf’s Auge zum bisherigen gesellschaftlichen Umfeld von Redlight (hört sich irgendwie banaler an als Rotlicht), nämlich Prostitution und die dazugehörige Zuhälterclique. Aber nein, hier geht es ja um etwas ganz Besonderes! Hier geht es um eine einzigartige, eine neue moderne Anlageklasse, die, man lese, „hohe Wertsteigerungspotentiale durch Zielunternehmen wie FKK Wellness Clubs, Hotels, Eros, Swinger Clubs, Table Dance und beteiligte Topmodells ermöglicht.“(www.eipem.de) Das erinnert, so denke ich, irgendwie an die Millioneninvestitionen der Hells Angels in FKK-Clubs.
Und im „Vergleich zu anderen Betreibern, die ständig händeringend nach Topmodells suchen, ist die EIPEM KG konkurrenzlos“, liest man im Fond-Prospekt. Immerhin bietet man den „Models“ während „ihrer Karriere“ (in den Betten welcher Unternehmer oder Politiker mit genügend Kleingeld?) mit einem Model-Management Service und einem Basic- und Premium Service inklusive Geschäftsbesorgung, Beratung, Betreuung, Marketing. Dem künftigen zahlungskräftigen Investor wird zudem Verlockendes versprochen: Er kann „anonym zu Model- und Investorenpartys in einer vorliegenden erlebnisreichen Unternehmensbeteiligung eingeladen werden.“ Im Verkaufsexposé erfährt der werte Leser auch, dass „die Gesamtzahl der tätigen Models in Deutschland 400.000 Personen“ umfasst, und der „Rotlichtmarkt pro Jahr einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Da lohnt sich ein solches Investment natürlich. Wie heißt es im Prospekt: "Die stillen Gesellschafter sowie die Gesellschaft sind sich einig, dass die Gesellschaft in unbestimmter Zukunft an der Börse notiert wird und die Gesellschaft nach besten Kräften daraufhin arbeiten soll. Mit dieser klaren und äußerst langfristigen Bindung unterstreichen die Aktivisten ihren Glauben an das eigene Unternehmen in einem der renditestärksten Märkte der BR Deutschland."
Der Bürger ist beim Zugriff der Private Equity Fonds auf alle Lebensbereiche vieles gewöhnt, gerade wenn es darum geht, schnell Kasse zu machen. Das hier die Frauen so offensichtlich und ohne Skrupel als Sexware angeboten werden und dafür ein Investmentfonds aufgelegt wird – das ist schon menschenverachtend und pervers genug. Das zudem die Investoren mit „Models“ belohnt werden ist purer ethischer Dreck. Und die zentrale Frage ist, wer sind die Investoren die sich an diesem Fonds beteiligen? Welche Gruppe aus welchen dunklen Kanälen könnte hier sein Geld anlegen, überlege ich?
Ein winziger Grund für Freude könnte nur dadurch entstehen, dass die Geldscheine aufgrund der Wirtschaftskrise nicht mehr so locker sitzen, das Investment mit seinen schönen Versprechungen sich in Nichts auflöst und die Investoren hoffentlich ihr eingesetztes Kapital verlieren. Was bleibt ist trotzdem ein Skandal.
Das gesellschaftliche Umfeld dieses Skandals erinnert irgendwie an einen bis heute nicht so ganz aufgeklärten Vorgang in Pforzheim. Nahezu zehn Jahre hatte E. drei Frauen als Prostituierte bis zu 16 Stunden unter dem Damoklesschwert der Gewaltanwendung für sich arbeiten lassen. Sie hatten kein eigenes Geld und ihre Bankcard verwahrte E. Wollte eine der Frauen einkaufen gehen, so hatte sie vorher um Erlaubnis zu fragen. Bei der Gerichtsverhandlung haben die drei Frauen eine eidesstattliche Versicherung abgegeben bei einem Rechtsanwalt, unter massiven Druck. E. sei ganz harmlos. Bei einer „Blitzverhandlung“ musste sich E., unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der Justiz gegenüber verpflichten, nicht, wie in einem internen seitenlangen Drohschreiben aus dem Knast an die Justiz formuliert, die Presse mit entsprechenden Details seiner Insiderkenntnisse zu versorgen.
E. hatte gedroht in der Bild-Zeitung und anderen Zeitungen „auszupacken“. Nach „seiner Verurteilung“ sicherte er dies großzügig in einem umfangreichen „Deal“ mit der Staatsanwaltschaft Pforzheim und dem Landgericht sogar noch zu. Ermittler dachten daran, als sie von der sanften Strafe hörten, dass im entsprechenden Bordell in Pforzheim ein Gynäkologenstuhl steht auf dem sich angeblich, so die zuständige Prostituierte gegenüber einem Polizeibeamten, ein Richter behandeln lies. Von nahezu zwanzig nachgewiesenen schwersten Straftaten des E. (Menschenhandel, übelste Misshandlungen der Frauen, Drogenschmuggel etc) fiel mehr als die Hälfte einem Staatsanwalt zum Opfer, so sehen es Ermittler, der auffallend bemüht gewesen sei, E. zu schonen. E. wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Damit blieben seine Millioneneinkünfte durch den Sklavenhandel mit Frauen unangetastet. Das ist das sumpfige Milieu das sich wahrscheinlich gerne an dem Private Equity Fond EIPEM beteiligen wird.
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Investment in Rotlicht
Warum eigentlich nicht investieren? Keine der Damen wird doch gezwungen dort zu arbeiten? Es gibt halt viele Damen die lieber den Mund usw. ein bißchen aufmachen und damit gutes Geld verdienen anstatt den ganzen Tag in der Fabrik zu schuften. Das sollte jeder akzeptieren.
Seid ihr Deutschen alle so prüde???