Bericht über den Prozess in Sofia
Am Montag fand in Sofia die Gerichtsverhandlung statt, bei der es darum ging, dass der bulgarische Ex-Innenminister Rumen Petkov gegen mich klagte und unter anderem 5000 Euro Schmerzensgeld einforderte. Über den Prozess hat DPA folgendes berichtet:
Sofia (dpa) - In der bulgarischen Hauptstadt Sofia hat gestern ein Gerichtsverfahren gegen den deutschen Autor und Mafia-Experten Jürgen Roth begonnen. Der sozialistische Ex-Innenminister Bulgariens, Rumen Petkow, wirft Roth Verleumdung vor. Er forderte von dem Autor umgerechnet rund 5000 Euro, doch das Gericht lehnte dies als unbegründet ab. Roth kam nicht nach Sofia, weil Petkow zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit ihm aufgerufen hatte. Das Verfahren wird am 16. April fortgesetzt. Roth beschreibt in seinem Ende 2008 in Bulgarien erschienenen Buch „Die neuen Dämonen“, wie nach der Wende kriminelle Strukturen das politische Leben des ehemals kommunistischen Landes, das heute der EU angehört, beeinflusst haben. Darin wird der sozialistische Funktionär Petkow mit dem Amphetamine-Handel und der Mafia in Zusammenhang gebracht. Roths Verteidigung will nun vor Gericht die Verstrickungen beweisen.
Petkow war im April 2008 nach Korruptionsvorwürfen als Innenminister zurückgetreten. Nach der Publikation von Roths Buch hatte Petkow den Autor als „Lügner, Zyniker sowie Rückgratlosen und Unglücksmenschen“ beschimpft. Er hatte dazu aufgerufen, dass man Roth „aufs Maul, auf die Finger, auf alle Körperteile hauen“ müsse. Roth hielt sich zuletzt in Sofia für die Premiere seines Buchs im November 2008 auf."
Petkov reagierte in einem Artikel in der bulgarischen Zeitschrift Focus mit folgenden Worten: Dass die Verfahren getrennt wurden und das Strafverfahren eröffnet wurde, ist für mich eine ausreichende Genugtuung. (…) Dass die zivilrechtliche Klage zurückgewiesen wurde, wird dem Gericht die Möglichkeit geben, sich mehr auf das außerordentlich schwierige Strafverfahren zu konzentrieren, von dem Standpunkt aus, dass es sich um einen Ausländer handelt. Zweitens, hoffe ich, dass das Verfahren so schnell wie möglich beendet wird, damit wir Zeuge werden, wie solche Entscheidungen getroffen werden und wie man arbeitet. Die Tatsache, dass das Strafverfahren nicht eingestellt wurde, zeigt, dass auf das Gericht keinen Druck ausgeübt wird, sagte Petkov.
Drittens, die Zeugen, die von Herrn Roth benannt wurde, besonders der eine von denen, begeistert mich. Die Tatsache, dass er sich auf die Zeugenaussage des zu 16 Jahren Haft verurteilten Budimir Kujiovitch stützt, zwingt mich dazu, mir Gedanken über das Moral dieses Menschen zu machen und darüber wie und aus welchen Quellen er die verleumdenden Behauptungen gegen mich erlangt hat. Ich hoffe sehr, dass dies von der bulgarischen Gesellschaft richtig gewürdigt wird, sagte R. Petkov.“ Dazu ist nur zu sagen: Selbst ein verurteilter Drogenboss weiß vieles über seine einstigen Helfershelfer auszusagen und einige Hintermänner. Genau deshalb haben wir ihn als Zeugen geladen.
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Viel Erfolg!
ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei diesem Prozess. Ich hoffe, dass es hier nicht gelingt, das Verfahren zu manipulieren, aber Ihr Gegner ist ein versierter Falschsspieler, so scheints. An einem Verfahren wie diesem kann man ablesen, wie es mit dem selbstverantwortlichem, eigenständigen, "demokratischen" Denken in Bulgarien steht. Sie scheinen den Finger in die richtige Wunde gelegt zu haben! Der Mann ist sauer. Und wagt sich weit vor. Zu weit wahrscheinlich!
Viele Grüße, Sebastian