Bisher galt die Unterorganisation der UN, die in Wien ansässige UNODC als wichtiges Instrument des Kampfes gegen Organisierte Kriminalität und den internationalen Drogenhandel. Das wird sich jetzt ändern.
Der Grund? Seit kurzem gibt es einen neuen Direktor der UNODC. Der bisherige Direktor, Antonio Maria Costa, war den Mächtigen zu keck. Hatte er doch unter anderem behauptet, dass internationale Banken im 1. Halbjahr 2008 Drogengeld in Höhe von 352 Milliarden US-Dollar gewaschen haben. (The Guardian, 13. Dezember 2009) Damit war klar, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert werden wird. Jetzt ist ein neuer Direktor ernannt worden. Ein Mann ohne Erfahrungen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen, ein Mann von Vladimir Putin.
Sein Name ist Yuri V. Fedotov. (http://www.unodc.org/unodc/en/about-unodc/leadership.html)
Er soll nun das 250 Millionen US-Dollar Budget verwalten. Yuri V. Fedotov ist ein Zögling der alten Nomenklatura und gilt als enger Verbündeter von Vladimir Putin. Vor seiner Ernennung diente er als russischer Botschafter in London. Genau in der Zeit, als der russische Systemkritiker Litvinenko vergiftet wurde.
Er betritt nun ein vollkommen neues Arbeitsfeld. Bislang ist nicht bekannt geworden, dass er jemals zu den Menschenrechtsverletzungen in Russland Stellung genommen hätte. Schon gar nichts zu den kriminellen Strukturen im Staatsapparat und auch nicht zu den korruptiven und mafiosen Geflechten im Kreml.
Wie soll ein solcher Mann auf einmal "unabhängig" arbeiten? Und wie soll ein solcher "Diplomat" die politischen und ökonomischen Strukturen der organisierten Kriminalität erkennen, so wie es sein Vorgänger Antonio Maria Costa getan hatte und der offen darüber gesprochen hat?
So gesehen ist die UNODC in Wien in Zukunft wahrscheinlich nur noch ein Papiertiger, ein Propagandainstrument russischer Hegemonialpolitik. Die internationalen NGO's haben schon entsprechend gewarnt. Und auch im Westen ist seine Ernennung auf wenig Begeisterung gestoßen. In der Vergangenheit war die UNODC eine wichtige Institution. Jetzt wird sie niemand mehr ernstnehmen.
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