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BUSINESS CRIME CONTROL INITIATIVE NOBELPREIS FÜR PROFESSOR JEAN ZIEGLER

— abgelegt unter:

Die Bürger- und Menschenrechtsorganisation Business Crime Control e.V. startet anlässlich der Übergabe des Friedensnobelpreises 2009 an den US-Präsidenten Barak Obama eine Kampagne, von der sich die Initiatoren erhoffen, dass sich weltweit viele Bürger- und Menschenrechtsorganisationen sowie friedenspolitisch engagierte Institutionen und Einzelpersonen anschließen.

Der BCC-Vorstand bittet, die beiden folgenden Vorschläge zu unterstützen:

1. Vorschlag: Das Schwedische Nobelpreiskomitee sollte künftig keine Friedensnobelpreise mehr an amtierende Regierungschefs oder Regierungsmitglieder verleihen.

2. Vorschlag: Für den Friedensnobelpreis des Jahres 2010 schlagen wir des Schweizer Bürger- und Menschenrechtler Jean Ziegler vor.

Für diese beiden Vorschläge erhoffen sich die Initiatoren die Unterstützung zumindest jener den alten und neuen sozialen Bewegungen angehörenden oder nahe stehenden Organisationen und Persönlichkeiten, die Jean Ziegler teilweise seit Jahrzehnten eng verbunden sind. Sie wissen am besten, was der emeritierte Soziologieprofessor, das ehemalige Mitglied des Schweizer Nationalrats, der engagierte Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Menschenrecht auf Nahrung, der seit 2008 Mitglied des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats ist, für den Frieden in der Welt geleistet hat.

Für die Öffentlichkeit sei wenigstens angedeutet, dass Jean Ziegler in Reden, Schriften und Taten wirtschaftlichen und politischem Machtmissbrauch, gesellschaftliche Missstände in seinem eigenen Land, in reichen Ländern des „freien Westen“, in den von diesen  unterstützten „Schurkenstaaten“ und in kommunistischen Diktaturen bekämpft, Verantwortliche mutig beim Namen genannt und weltweit große Anerkennung und Unterstützung gefunden hat. Er hat sein politisches Leben sowie sein wissenschaftliches und literarisches Werk immer als Beitrag zum Frieden verstanden.

Diesen Frieden hält Ziegler jedoch nur für möglich, wenn die rechtsstaatlichen Demokratien endlich ihre Verantwortung für in der Vergangenheit an den Völkern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas begangene Verbrechen übernehmen, Unrecht, soweit dies überhaupt möglich ist, wieder gutmachen und endlich Ausbeutung, Unterdrückung, Entrechtung und Entwürdigung beenden, die sie, wie die jüngste Weltfinanzmarktkrise wieder bewiesen hat, noch immer im Namen von Freiheit und Demokratie geschehen lassen, ja teilweise offen unterstützen.

Der BCC-Vorstand

Prof. Dr. Hans See (Politikwissenschaftler und Wirtschaftskriminologe)

Prof. Dr. Erich Schöndorf (Staatsanwalt a.D., Wirtschafts- und Umweltrechtler an der FH-Frankfurt/Main)

Dr. Stephan Hessler (Volkswirt, Beitrat von Attac, Vertretungsprofessur an der Uni Gießen)

Wolfgang Patzner (Unternehmensberater, Lektor)

Hildegard Waltemate (Diplompädagogin, Sonderschulrektorin i.R.)

Verena Herzberger (Dipl. Sozialarbeiterin, Redakteurin der Zeitschrift BIG Business Crime)

Rizlan El Omani (Juristin)

Erstunterzeichner, die die Initiative von BCC e.V. unterstützen (nicht alphabetisch):

Dr. Peter Strutynski (Uni Kassel, Sprecher Bundesausschuß Friedensratschlag); Lühr Henken (Sprecher Bundesausschuß Friedensratschlag); Willi van Ooyen (Sprecher Bundesausschuß Friedensratschlag);

Tobias Pflüger (Ex-MdEP, Informationsstelle Militarisierung e. V.), Prof. Dr. Ursula Schumm-Garling (Sprecherin Friedens- und Zukunftswerkstatt e. V.); Horst Trapp (Initiative für einen Politikwechsel, Ostermarschbüro); Prof. Dr. Werner Ruf (Friedensforscher); Prof. Reiner Diederich (Vors. Der KunstGesellschaft Frankfurt/Main, Redakteur der Zeitschrift BIG Business Crime), Eckart Spoo (Herausgeber der Zeitschrift „Ossietzky“); Dieter Schenk (Mitbegründer von BCC, Publizist); Manfred Such (Mitbegründer von Business Crime Control - Dänemark), Berit Such (Mitbegründer von Business Crime Control - Dänemark);

Prof. Dr. Frank Nonnenmacher (Uni Frankfurt - Didaktik der politischen Bildung). Prof. Dr. Klaus Weber (Hochschule München – Sozialwissenschaftler); Prof. Gerhard Löhlein (Sozialwissenschaftler); Angelika Wahl (Attac); Prof. Dr. Wolfgang Richter (Bundesvorsitzender der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und  Menschenwürde - Berlin. Präsident des Europäischen Friedensforums); Helmut Semmelmann (Deutsche Sektion des Europäischen Friedensforums); Roland Spitzer (Gesellschaft und Visionen); Heinrich Pachl (Kabarettist, Filmemacher – Grimme-Preisträger); Uwe Dolata (Wirtschaftskriminalist, Pressesprecher des Bundes deutscher Kriminalbeamter); Dirk Koch (Netzwerk für den Frieden); Michael Bruns (Mitglied BAG FiP - Frieden und internationale Politik - der Partei DIE LINKE); Jochen Nagel (GEW-Vorsitzender in Hessen); Dr. Barbara Bromberger (Faschismusforscherin, Publizistin); Peter Delis (Koordinierungskreis Sozialforum in Deutschland), Dr. Thomas von Freyberg (Soziologe am Institut für Sozialforschung an der Uni Frankfurt Main); Peter Fahr (BCC- Bern, Schweizer Schriftsteller). Jürgen Roth (BCC-Beiratsmitglied und Publizist)

Weiter zustimmende Unterschriften bitte an Mailadresse: seehans@t-online.de senden!

Nähere Begründung der beiden BCC-Forderungen

Für alle diejenigen, die Jean Ziegler und sein Lebenswerk nicht näher kennen, einige zusätzliche Erläuterungen als Begründung.

Zum ersten Vorschlag: Friedensnobelpreis nicht mehr für amtierende Regierungsmitglieder

Der Friedensnobelpreis 2009 wurde an den US-Präsidenten Barak Obama verliehen. BCC gratuliert und wünscht Obama, dass er wenigstens die Hälfte seiner Wahlversprechen einzulösen vermag. Man könnte die Ehrung mit dem Friedensnobelpreis unter der Rubrik Vorschusslorbeeren abhaken, aber man sollte sie auch als Verstärkung einer begonnenen Politik, in der durchaus friedenspolitische Ziele angelegt sind, gelten lassen. So hat Präsident Obama in der Außenpolitik auf die umstrittene, von seinem Vorgänger angekündigte Raketenstationierung in Polen verzichtet, wird aber wegen seiner neuen Offensive in Afghanistan von Kritikern wie Michael Moore schon als „Kriegspräsident“ bezeichnet. Innenpolitisch hat er unter größtem Widerstand damit begonnen, für viele Millionen US-Bürgerinnen und US-Bürgern eine Krankversicherung durchzusetzen, die aber möglicherweise mit dem verstärkten NATO-Engagement in Afghanistan, die den USA zusätzlich Milliardenausgaben auferlegt, nicht finanziert werden kann. Dass Obama viele seiner im Prinzip richtigen Ziele nach so kurzer Regierungszeit noch nicht durchsetzen, viele der von ihm geweckten Hoffnungen noch nicht erfüllen konnte, auch viele Versprechen nicht wird halten können, spricht noch nicht gegen ihn und damit auch nicht unbedingt gegen die Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn. Es spricht vielmehr gegen die Kräfte, die seine öffentlich erklärten politischen Ziele für falsch halten, die nun mit allen Mittel zu verhindern versuchen, dass er erfolgreich ist.

Es stellt sich also die Frage nach dem Sinn, amtierenden Staatsmännern diesen Preis zu verleihen. Es stiftet keinen Frieden, Staatsmännern (zu denen auch schon frühere Anführern von Kriegsparteien, sogar einige zuvor als Terroristen gejagte Staatschefs gehörten) diesen Preis zu verleihen. Dass Regierende etwas für die Erhaltung oder Herstellung des Friedens tun, ist ihre Pflicht. Es sollte also für Staatsmänner so selbstverständlich sein wie nachbarschaftliche oder ärztliche Hilfe für Nachbarn und Ärzte, wie der Dienst von Krankenschwestern und Krankenpflegern an ihren Patienten. Grundsätzlich sollten deshalb nur Persönlichkeiten den Friedensnobelpreis erhalten, die mit außergewöhnlicher, vorbildlicher Zivilcourage und / oder gegen den Widerstand der Mächtigen, die nur nationale, unternehmerische und persönliche Interessen verfolgen, einen große Bevölkerungsgruppen überzeugenden Beitrag zur Überwindung von Armut, Hunger, Krankheit, juristisch zementierte soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit, die den Frieden gefährden, geleistet hat. Sonst käme jeder, der nichts als seine Pflicht erfüllt, für den Nobelpreis in Frage.

 

Zum zweiten Vorschlag: Der Friedensnobelpreis 2010 für Jean Ziegler

Business Crime Control (BCC) schlägt den Bürger- und Menschenrechtler Jean Ziegler für den Nobelpreis 2010 vor. BCC, die 1991 gegründete alternative Bürger- und Menschenrechtsorganisation, achtet nicht nur darauf, dass Staaten, das heißt deren Regierungen, Polizei und Justiz, sondern auch längst wie Staaten agierenden oder ganze Staaten indirekt regierenden Wirtschaftsunternehmen die Menschenwürde, die Bürger- und Menschenrechte sowie alle übrigern demokratisch legitimierten Gesetze respektieren.

Jean Ziegler ist seit vielen Jahren Beiratmitglied von BCC und unterstützt diese Erweiterung der Kritik an Bürger- und Menschenrechtsverletzungen auf den Bereich der großen Wirtschaftsunternehmen. Er gehört zu den wenigen exponierten Persönlichkeiten unserer Zeit, die ihr Wissen, ihr Können und ihre moralische Integrität mit beispielhafter Zivilcourage in den Dienst der Armen, Hungernden, sozial Schwachen und Diskriminierten stellen. Und dies ohne Rücksicht auf deren Hautfarbe, Herkunftsländer, Religions- und Parteizugehörigkeit.

Das ist globalisierte Friedensarbeit. Friedensnobelpreise sollten künftig nur an eindeutig demokratisch, sozial, ökologisch, menschenrechtlich und friedenspolitisch orientierte Organisationen, Institutionen und Personen verliehen werden. Das war bisher (siehe wikipedia – hier auch Informationen zum Vorschlagsrecht) häufig der Fall, sollte aber zur Regel werden.

 

Der BCC-Vorstand

Frankfurt am Main, den 30. November 2009

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