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Teil 2: Hintergründe zum Cafè de Paris in Rom in der Via Veneto deren Besitzer und Strohleute jetzt von der Staatsanwaltschaft Probleme bekommen

erstellt von Jürgen Roth at 23.07.2009 21:35 |
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Wenn ein Frankfurter Gastronom stolz die Speisekarte des Cafè de Paris zeigt kann man davon ausgehen - er kennt die Hintergründe dieses Nobelrestaurants. Die kennt er auch und auch diejenigen in Frankfurt, die zu dem entsprechenden Ndrangheta-Clan hier gute Bezieungen pflegen. Da braucht man sich nur im Frankfurter Westend umzuschauen. Viel wichtiger ist jedoch, dass am 22. Juli das Restaurant wie zahlreiche weitere Restaurants und Immobilien von der Staatsanwaltschaft Reggio Calabria beschlagnahmt wurde. Doch wer steckt hinter dem Cafè de Paris und den anderen Immobillien?

Teil 2: Hintergründe zum Cafè de Paris in Rom in der Via Veneto deren Besitzer und Strohleute jetzt von der Staatsanwaltschaft Probleme bekommen

Cafè de Paris- im Hintergrund der Aufpasser der Ndrangheta

Fehler der Investoren des Cafè de Paris ( 55 Millionen Euro) war, dass das durch Erpressung, Drogen- und Waffenschmuggel erwirtschaftete Geld sofort in Rom investiert wurde. Diesen Fehler haben die Ndrangheta-Clans aus San Luca, die für ihre Investitionen in Rom medien -und polizeibekannt sind (Vottari-Pelle, Giorgi), nicht gemacht.

Ausgangspunkt für die Beschlagnahme des Cafè de Paris ( 55 Millionen Euro), California (9 Millionen Euro und nahe der US-Botschaft, daher auch als Bar der Spione bekannt) und der Pizzeria Federico I (15 Millionen Euro) war die Wochen zuvor erfolgte Verhaftung von Vincenzo Alvaro (45 Jahre), Sohn von Nicola Albaro, dem Boss des Cosoleto-Clans. Cosoleto ist ein kleines Dorf ( ca. 1100 Einwohner) im Aspromonte in der Region Reggio Calarbria.. Und das ist der ehrenwerte Vincenzo Alvaro der als besonders heimtückisch berüchtigt ist:

Alvaro

 

Im Restaurant Cafè de Paris fiel mir übrigens, einige Wochen vor der erneuten richterlichen Beschlagnahme noch auf, dass ein ca. 45 jähriger Kalabrese ständig kontrollierte, wieviele Kunden, schaute sich auf der Straße um, ging hin und her um zu beobachten. Angestellte hatten großen Respekt vor ihm.

Vincenzo Alavaro arbeitete vor seiner Verhaftung im Cafè de Paris als Stellvetreter des Chefs, während ein Friseur, Domenico Villani (40 Jahre), für die fnanziellen Dinge zuständig war, sozusagen der offizielle Besitzer. http://www.romatoday.it/cronaca/damiano-villari-proprietario-caffe-de-paris.html

Villari

Er kommt aus Santo Stefano di Aspromonte, 35 km nordöstlich von Reggio Calabria, knapp 1400 Einwohner, bekannt für Honig, Käse, Olivenöl und dem kriminellen Clan Alvaro. Zusammen mit seiner Frau Grazia Palamare war er vordergründig für die Investitionen des Clans zuständig. Das lief über eine "Delta-Group". In Wirklichkeit war es Vincenzo Alvaro, der die 200 Millionen Euro Investitionen seines kriminellen Clans in Rom dirigierte.Der erste Verdacht gegen das Cafè de Paris entstand im Jahr 2006 als ein gewisser Damiano Vullari, Manager des Restaurants, wegen sexueller Belästigung einer Angestellten verhaftet wurde.

Dabei stellt sich heraus, dass es sich in Wirklichkeit um Vincenzo Alvaro handelt, der seit 2001 eine Vielzahl von Straftaten begangen hatte. Als übrigens in den italienischen Zeitungen Ende November 2008 zum ersten Mal über die Infiltration der Ndrangheta in Rom ( Am Beispiel auch von La Rampa und dem Cafè de Paris) berichtet wurde, schrieb Nunzia Ceglia, Anwalt des Cafè de Paris, bzw. des Srohmannes Damiano Villari noch wütend: Alles ist Lüge, Die Investition hat nichts mit der Ndrangheta zu tun. Und Damiano Villari,der 80 Prohent der Anteile an dem Unternehmen Delta-Group (und der wiederum gehört das Cafè de Paris) hält, könnte nachweisen, dass das Geld aus legalen Quellen stammt und selbstverständlich nichts mit einer kriminellen Organisation und Geldwäsche zu tun habe. Die Berichterstattung sei daher grob geschäftsschädigend und verletze gravierend die Reputation des Namens von Damiano Villari und des Cafè de Paris.http://ricerca.repubblica.it/repubblica/archivio/repubblica/2008/11/28/cafe-de-paris-mio-non-della-ndrangheta.html

Solche anwaltlichen Schreiben kennt man auch aus Deutschland. Während in Italien ermittelt wird, können die ehrenwerten italienischen Kläger in Deutschland sicher sein, dass ihnen so etwas wie in Rom nicht widerfahren wird. Hier stehen ihnen insbesondere in Sachsen die Gerichte zur Seite. Oder ist das zu pessimistisch?

Übrigens: Im BKA-Bericht 2008 zur Ndrangheta ist auch der Clan Alvaro beschrieben. Demnach bestehe der Clan aus 72 Mitgliedern und ist in folgenden Orten aktiv: Sinopol Deliannuova, St. Eurfemia d'Aspromonte, Cosoleto und Scido.  Im Juli 2008 wurde bekannt, dass im Rahmen der Operation "Attacco" mehrere Mitglieder wegen des Internationalen Drogenhandels verhaftet wurden. Dabei wurden enge Verbindungen zu dem Camorra-Clan Di Lauro festgestellt.

...ab nach Deutschland!

Kommentar von Anonymer Benutzer am 29.07.2009 09:33
Jeder, der sich mit dem Thema Mafia und der Aushöhlung, Unterwanderung der Demokratie in Deutschland durch diese Kreise beschäftigt, hat sich über die Meldung vergangene Woche gefreut, daß der italienischen Polizei ein weiterer Schlag gegen die italienische Ndrangheta gelungen ist.
Neben dem bekannten Cafe de Paris, wie oben berichtet, wurden mehrere Restaurants, Immobilien und Luxusfahrzeuge im Wert von ca. 200 Mill Euro beschlagnahmt.
Doch leider steht zu befürchten, daß die Ndrangetha sich diesen Betrag oder das Mehrfache davon wieder im deutschen Ruheraum sichern wird, da man hierzulande nicht nur die Existenz der Mafia ignoriert sondern alles unterläßt, vorliegende Fakten zu notwendigen Maßnahmen dagegen umzuwandeln. Der Aufruf von Roberto Saviano in verschiedenen Interviews, daß es insbesondere Aufgabe der Zivilgesellschaft ist zu informieren, zu hinterfragen, welche Vorteile Deutschland bereits in Anspruch genommen hat, bei Duldung und teils Förderung der Mafia, ist aktueller denn je zu unterstützen. Die Gefahr des Terrorismus dient als Argument, Ausrede, jetzt über SWIFT Bankdaten auszuspähen. Die Geldbewegungen der Mafia bleiben davon ebenso unberührt wie die mächtige Einflußnahme des bonsai-duce, wie der Kabarettist Priol den demokratisch gewählten König des Stiefels, Berlusconi, nennt. In Deutschland wird sich das wiederholen, was in Italien traurige Realität schon ist: erst wenn die Politik, die man aus dem Dornröschenschlaf wecken muß, die Gefahr der Mafia für die Demokratie erkennt, wird es zu spät sein. WP
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