DAS WAHLERGEBNIS - EINE SCHANDE FÜR DIE DEMOKRATISCHE KULTUR
Es gibt durchaus ernstzunehmende Stimmen die meinen, dass man Sachsen als eine weitere süditalienische Provinz SILVIO BERLUSCONI schenken soll. Die Idee ist gar nicht schlecht. Die CDU erhält bei den Landtagswahlen 40,2 Prozent der Stimmen und einer der aufrechten Demokraten, der Sozialdemokrat Karl Nolle, in seinem Wahlkreis in Dresden, gerade mal 8,8 Prozent.
Ob Sachsensumpf und korrupte Strukturen, der Skandal um die Sächsische Landesbank, feige Blockflöten der CDU in erheblichem Umfang, eine Art von Regierung, die in den letzten beiden Jahren zweimal vom Verfassungsgerichtshof gerügt wurde - die Sachsen wählen trotzdem treu diese CDU und garantieren damit die Fortsetzung der alten skandalösen Politik der Vergangenheit.
Sind die Sachsen einfach dumm oder haben sie bis heute nicht verstanden was Demokratie bedeutet? Trifft für Sachsen im besonderen das zu was Michael Jürgs in seinem hervorragenden Buch "Seichtgebiete - Warum wir hemmungslös verblöden" so treffend beschreibt: "...sich resignierend damit abzufinden, dass Deutsche mehr denn je verblöden, was ja nicht ohne Auswirkungen bleiben kann auf die innere Verfassung der Republik?"
Welchen Sinn hat überhaupt noch Aufklärung und kritische Auseinandersetzung mit machtbesessenen Politikern und einer höfischen Justiz in Sachsen?
Ein Trost ist es sicher nicht, dass die Wahlbeteiligung gerade mal 50 Prozent betrug, das Potential der Nichtwähler also skandalös groß ist. Dafür konnten die Neonazis wieder in den Landtag einziehen. So gesehen lohnt es vielleicht doch, als Warnung für die restlichen Bundesländer, auf die sächsischen Machenschaften hier in Zukunft weiter einzugehen. Denn so dumm wie viele Sachsen können doch die Bürger in den restlichen Bundesländern nicht sein. Hoffe ich zumindest - während ich das hier schreibe, weit entfernt von Deutschland, in der Einsamkeit eines Bergdorfes.
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Jede/r hat eigene Weisheiten
Ich bin mir auch nicht sicher, ob die NPD draußen geblieben wäre, wenn mehr Leute gewählt hätten. Meines Erachtens gibt es eine empirisch gestützte Faustregel: Die Nichtwähler unterscheiden sich in ihrem potenziellen Wahlverhalten nicht gravierend von den Wählern. Und eins muss man zur Kenntnis nehmen, auch wenn man es nicht akzeptieren mag: Die NPD hat in Sachsen eine Stammwählerschaft unter Jüngeren und wird diese Basis über Jahre halten können, zumal sie unter Jungwählern unvermindert attraktiv ist.