Der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) demonstriert wie er die Mafia bekämpft - durch Beamte die das Maul halten müssen.
Der Bochumer Polizeichef Thomas Wenner muss gehen. Das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und Innenminister Wolf ist zerrüttet. Grund dafür ist, dass Thomas Wenner und seine Kriminalisten nicht so recht glauben wollen, dass die italienische Mafia in Nordrhein-Westfalen kein Problem sei. Das hätte Innenminister Wolf gerne.
Dabei hat Thomas Wenner nur sein Recht als Bürger wahrgenommen die SPD, der er angehört, darüber zu informieren, wie groß der Einfluss der italienischen Mafia in Nordrhein-Westfalen wirklich ist. Und so wurde bekannt, dass in vielen Fällen die Poliziei nicht nachhaltig genug gegen die italienische Mafia gekämpft hatte. Ausgangspunkt war ein Interview des im Bochumer Polizeirpräsdium für Organisierte Kriminalität zuständigen Beamten Friedhelm Althans, übrigens ein Kriminalist der sich seit über einem Jahrzehnt mit der Problematik der Mafia intensiv beschäftigte, Er hatte in dem Interview die lustige Mär widerlegt, dass Nordrhein-Westfalen nur ein Ruheraum der Mafia sei, sondern sie sei schon seit langem auch ein Operationsraum. Das hätte er nicht sagen dürfen. Das entsprach nicht der offiziellen Sprachregelung. So etwas wollte man im Innenministerium nicht lesen.
Natürlich auch nicht, dass der Polizeipräsident SPD-Landtagsabgeordnete über das wahre Ausmaß der Mafia und die bisherige Ohnmacht der Polizei informiert. Das macht ein treuer Beamter nicht. Der hat das zu tun was der Minister fordert, darf ihm nicht in den gebeugten Rücken fallen. Ein Beamter hat stramm zu stehen, Zivilcourage wird ihm ausgetrieben. Bürgertugenden sind bei Beamten in NRW nicht gefragt. Beamte mit Rückgrat haben daher schlechte Karten - wahrscheinllich nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Dabei braucht man genau diese Beamten um eine zivile Bürgergesellschaft aufzubauen.
Ähnliches wie jetzt Thomas Wenner erlebte ja auch Wilfried Albishausen, der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende des Bund Deutscher Kriminalbeamten (BDK): Im August 2008, auf einer ZDF-Veranstaltung in Düsseldorf, unterhielt er sich mit dem Staatssekretär im Innenministerium. Da kommt Innenminister Ingo Wolf auf die beiden zu, begrüßt Albishausen und sagte danach zu seinem Staatssekretär, ob er sich noch mit dem Regierungsfeind unterhalten werde. Ton und Mimik, so erinnert sich Albishausen, ließen den Schluss zu, dass Ingo Wolf es ernst meinte. Albishausen hatte zuvor die vom WDR recherchierte Panne bei der Ringalarmfahndung wegen der flüchtigen Duisburg-Mörder ( an 27 Kontrollstellen waren keine Kennzeichenlisten geführt worden) kommentiert. Und Wilfried Albishausen wird sich danach gefragt haben, wann der Regierungsfeind Albishausen wohl zum Staatsfeind wird.
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Sehr konsequent, Herr Wolf!?!