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Die Polizei wusste nichts vom Neonazi-Bombenbauer!

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Ende August wurde im schläfrigen Lörrach bekannt, dass ein Neonazi aus Südbaden "nach Ermittlungen der Polizei" Bombenanschläge geplant und Waffen gehortet habe. Mit den bei ihm gefundenen Chemikalien, so die Polizei, hätte der Neonazi innerhalb weniger Stunden Bomben herstellen können. Für die Polizeiführung in Lörrach war es eine Erfolgsmeldung. Sie fand bundesweit große Beachtung. Aber was hat die Polizei in Lörrach tatsächlich zur Aufklärung beigetragen? Was wusste Sie von den Aktivitäten der Neonazis in Südbaden, wo schon andere Kriminelle wissen wie herrlich es für sie hier ist.

Bis zum 23. August 2009 wusste die Polizeiführung in Lörrach nichts von dem Neonazi und seinen Aktivitäten. Er war polizeilich vollkommen unbekannt. Zumindest bei der Polizei. Das sagen kundige Kriminalisten nicht nur in Stuttgart.

Trotzdem verkündete Engelbert Brüstle, der seit langem umstrittene Leiter der Kriminalpolizei in Lörrach; "Die Polizei habe den Mann schon seit längerer Zeit im Auge". Und auf die Spur sei man u.a. durch "eigene Ermittlungen" gestossen.

Das scheint mit der Wirklichkeit nicht so recht in Einklang zu bringen zu sein. Denn erst am 23. August, am Abend, ging bei der Polizei/Staatsanwaltschaft in Lörrach eine e-mail ein. Absender war die Antifa aus Freiburg. Hier wurde detailiert über den Neonazi aufgeklärt, mit den entsprechenden konkreten Informationen was den geplanten Terrorakt angeht. Ohne diese Informationen aus der linken Freiburger Szene wäre unter Umständen schon ein Anschlag verübt worden.

Insofern macht die Anfrage der Faktion "Die Grünen" im Stuttgarter Landtag Sinn. Sie wollen nun auch wissen, warum die Polizei so ahnungslos war. Denn von einen "funktionierenden Frühwarnsystem könne in Lörrach bzw. Baden-Württemberg nicht die Rede sein".

Ein Frühwarnsystem für kriminelle Aktivitäten gibt es auch in anderen Bereichen nicht, ob Organisierte Kriminalität oder Wirtschaftskriminalität. Es kümmert die Polizeiführung einfach nicht, solange die Öffentlichkeit nicht aufbegehrt.

Und so wird in diesen Tagen wieder einmal Personal umgeschichtet und die restlichen Kriminalisten müssen schauen wo sie überhaupt noch etwas ausrichten können. Sie klagen über bodenlose Ignoranz der Polizeiführung. Die will nun, im Kampf gegen Rechtsextremisten, das Personal aus anderen Abteilungen abziehen. Schließlich gab es ja eine negative Öffentlichkeit. Abgezogen werden unter anderem die Beamten, die bislang (mehr oder weniger engagiert) andere Kriminalitätsformen bekämpften bzw. zu bekämpfen versuchten. Es brechen also noch bessere Zeiten für intelligente Kriminelle in und um Lörrach bzw. Baden-Württemberg an. Dank einer Polizeiführung der besonderen Art - Wegschauen.

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