Günther Oettinger erwartet ihn Brüssel kein idyllisches Paradies. Sein Heimatland war doch viel liebenswerter ihm gegenüber.
Hätte Günther Oettinger gewusst was der BND in einem Papier bereits im Jahr 2006 geschrieben hatte, wäre er vielleicht doch in Stuttgart geblieben, dieser so lieblichen Gemeinde. Als Zentren der Geldwäsche, behauptet der BND, gelte für die itallienische Mafia, im besonderen die 'Ndrangheta, u.a. Belgien. Originalzitat: "In Brüssel wurden Hunderte von Immobilien ( ein halbes Stadtviertel) über ein kleines Heer von Strohmännern gekauft."
Heute ist in der "Die Tageszeitung" ein geradezu unverschämter Artikel meines Kollegen Rainer Nübel erschienen, der sich mit Günther Oettinger ausführlich beschäftigt. Hätten andere Kollegen nie gewagt so etwas zu schreiben. Es geht dabei um das mutmaßliche Mitglied eines Clans der kalabresischen Ndrangheta. Und er zitiert dabei (darf er das überhaupt?) aus einem BKA-Bericht des Jahres 2008. Dieser Mann der Ndrangheta, ein Restaurantbesitzer, habe sich in Stuttgart (lieber Rainer Nübel - es war im Februar 2005 in Fellbach und ein kalabrisches Fest) mit einem sizilianischen Mitglied der Cosa Nostra getroffen. Und Günther Oettinger habe seit langem keinerlei Kontakt mehr zu dem kalabrischen Wirt. Warum erwähnt er ihn trotzdem im Zusammenhang? Ich verstehe es nicht. Das sind schon böse Unterstellungen. Rainer Nübel weiß doch, dass die bunten Jahre des damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden, als der kalabresische Gastronom noch sein guter Freund war, nun wirklich Geschichte ist. Eine schöne immerhin. Und natürlich hat der künftige EU-Kommissar aus der damaligen Geschichte gelernt. Aber, so behauptet trotzdem ziemlich kühn der Kollege, "gute Freunde des CDU-Politikers haben nach wie vor gute Beziehungen" zu dem Kalabresen, der in Deuschland mehr als ein Restaurant der Spitzenklasse sein eigen nennt bzw. über Strohleute führen lässt. Sogar ein EU-Abgeordneter pflege "die Beziehung" zu dem Kalabresen. Warum eigentlich nicht und warum diese böse Unterstellung? Er ist doch unschuldig. Nun gut, fragt sich der naive Bürger, warum taucht er dann immer wieder in den Berichten des Bundeskriminalamtes auf und zwar im Zusammenhang mit dem hochkriminellen Greco-Farao-Crescente Clan? Ja, liebes BKA. Du solltest solche Lügengeschichten wirklich nicht verbreiten.
Übrigens vergißt der liebe Kollege Nübel zu erwähnen, dass der in dem BKA-Bericht 2008 genannte Sizilianer aus Agrigento kommt, und dieser Angelo hier aufgefallen sei - wegen heftigem Drogenhandel, konkreter gesagt mit Kokain? In diesem Zusammenhang wird auch ein Domenico erwähnt. Der sei ebenfalls bei dem Treffen anwesend gewesen. Nach Erkenntnissen der italienischen Polizei, darauf bezieht sich das BKA, soll Domenico für den Clan Farao illegale Gelder transportieren und investieren, und er habe aus dem Jahr 1990 "Erkenntisse wegen krimineller Vereinigung und Verstoß gegen das Waffengesetz."
Und warum hat der Kollege Nübel in seinem Artikel nicht erwähnt, dass ein guter Freund von Günther Oettinger, der sich gerade in dem Feriendomizil des kalabrischen Tausendsassa der Ndrangheta aufhält, ja von ihm sogar am Flughafen abgeholt wurde, Rainer Nübel beschreibt das sehr schön, hier bekannt ist. Und zwar zum einen, weil er an einem Unternehmen des bekannten Puffbesitzers R. beteiligt ist und andererseits, Kokain für die gehobene anwaltliche Kundschaft besorgen soll.Wahrscheinlich deshalb erwähnte Rainer Nübel weder Namen noch konkretere Informationen, weil der Anwalt und Freund des Günther Oettinger das Glück hatte, das entsprechende Ermittlungsverfahren abgeblockt wurden bzw. aus welchen Gründen auch immer eingestellt wurden. So wird zumindest gemunkelt. Selbst konnte ich den wackren Italienfreund nicht befragen, er ist ja in Kalabrien um Urlaub zu machen. Trotz all der Unterstellungen und Verleumdungen, diesem gezielten Rufmord an einem unheimlich ehrenwerten künftigen EU-Kommissar, der Artikel in der TAZ von Rainer Nübel sollte etwas mehr Beachtung finden, wenn schon nicht hier dann zumindest in Brüssel. Lieber Leoluca Orlando und lieber De Magistris, stellt euch bitte schützend vor den künftigen EU-Kommissar.
.

