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In Russland lohnt es auf jeden Fall kriminell gewesen zu sein. Die Biografie von Leonid Bilounov ist dafür ein Beispiel.

In einem bemerkenswerten ARTE-Beitrag vom Dienstag zur sog. Russenmafia wurde unter anderem Leonid Bilounov vorgestellt. Er prahlte damit einst ein großer Gangster gewesen zu sein, heute jedoch über allem Kriminellen zu stehen, ein reicher selbstverliebter Russe eben. Und er prahlte damit, für westliche Unternehmen jetzt von Paris aus als Berater für Geschäfte in Russland zur Verfügung zu stehen. Er hat leider Recht. Auch einige deutsche Konzerne suchen den Rat dieses Ex-Gangsters.

Deshalb lohnt es sich einmal ein wenig mit seiner Geschichte zu beschäftigen. Bereits Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre, war er ein führendes Mitglied der Solnzevskaja, einer der einflussreichsten kriminellen Organisationen nicht nur Russland. Eng arbeitete er mit den Top-Gangstern Semion Mogilevich und Sergej Michailov zusammen. Bilounov, alias Macintosh, fiel bereits im Dezember 1991 in Wien auf. In einem Polizeiprotokoll aus Wien steht: "Leonid Bilounov, Bankier, 5.Mai 1949 in Kiew geboren, ledig, wurde am 15.12. 1991 um 18 Uhr in Moskau durch einen Schuss aus einer Pistole Kaliber 7,65 verletzt... Dem Attentat soll eine Auseinandersetzung mit der russischen Mafia zugrunde liegen. Eine Woche zuvor wurde der Freund des Bilounov, der Bankier Alexander Petrov, in Moskau erschosssen. Bilounov verläßt aus Angst vor weiteren Anschlägen am 16.12. 1991 um 10,35 Uhr Moskau, hält sich derzeit bei seiner Lebensgefährin Gallija in Wien auf."

In einem Gespräch mit der österreichischen Polizei gab er an, bei der Stolitschnyi Bank beschäftigt zu sein. Er sei in der Sowjetunion mit der Vermittlung von Devisen und Rubel zwischen inländischen und ausländischen Firmen in letzter Zeit freiberuflich tätig gewesen. Die Moskauer Polizei behauptete entgegen, dass der "Freiberufler" bereits 1965 wegen Vergewaltigung und Rowdytum zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt; 1975 wegen Rowdytums zu drei Jahren; 1978 wegen Betruges erneut zu drei Jahren und 1986 wegen Raubes und Fälschung  verurteilt worden.

Das war, wie gesagt, im Jahr 1991. Von Wien aus zog er, zusammen mit dem Boss der Solnzevskaja weiter seine Fäden.

Vier Jahre später ist in einem französischen Polizeibericht folgendes über ihn zu erfahren: "Er ist Direktor der Russo-Bank in Paris, hatte Kontakt zu einem Landsmann, Alexander Smolenski, dessen Ehefrau mehrere Firmen mit nicht näher definierten, jedoch lukrativen Aktivitäten besass. Das Ehepaar verwaltete große Geldsummen unbekannten Ursprungs".

Der österreichischen Polizei zufolge war Bilounov für seinie Waffenhandelsaktivitäten mit dem ehemaligen Jugoslawien bekannt und soll im Jahr 1994 in Paris Alexandre Kurychov getroffen haben, der verdächtigt wird, an einem Drogengeschäft beteiligt gewesen zu sein.

Und wie gesagt, inzwischen lebt er luxuriös in Paris und Antibes, rühmt sich seiner sündhaft teuren Gemäldesammlung, protzt mit seinem Vermögen und seinen guten politischen Verbindungen nach Moskau. Und berät westliche und deutsche Unternehmer wie sie ihre Investitionen in Russland am besten platzieren.

Wahnsinn

Kommentar von Trauma am 15.05.2010 10:56
Auch ich habe den Bericht auf Arte gesehen. Ich ahnte schon lange, dass sich Wirtschaft und kriminelle Gruppierungen verflochten haben, dennoch war ich bestürtzt, wie weit es in Russland gekommen ist, dass Kriminelle sogar in der Legislative zu finden sind und die dortigen Gesetze verfasst haben.
Wenn man also mal davon ausgeht, dass fast der gesamte russische Staat (wohlgemerkt: eine Atommacht) durchweg korrumpiert ist, wie ist es uns eigentlich möglich, mit diesem Staat und dessen Unternehmen geschäftliche Beziehungen zu unterhalten?
Ein Verständnis für unsere gesellschaftlichen Ansichten sind in diesen Kreisen nicht zu finden. Sollten wir diese Verbrecher endlich wieder kriminalisieren, festnehmen und verurteilen? Was soll das bringen? Unsere Srafvollzug ist auf Resozialisierung ausgelegt. Was soll da resozialisiert werden? Das sind "Menschen", die in ihrer Einstellung zur Gesellschaft im Mittelalter leben.
Mit dem Zulassen der Organisierten Kriminalität haben wir uns eine neue Adelsgesellschaft geschaffen, die ihre Autorität vererben wird. Wir reden von einer Finanzkraft, die ihresgleichen sucht und bald jeden Staat in die Knie zwingen kann. Machen wir uns also nichts vor, dieser Adel ist auch schon lange bei uns in Deutschland angekommen und hofiert in den "feinsten" Kreisen. Der Werteverfall und Moralverlust in unserer Gesellschaft (vorallem in "gehobenen" Kreisen) bietet dieser Einstellung den besten Nährboden. Die Massen sind völlig demoralisiert, nehmen Medikamente gegen ihre berechtigten Depressionen und beschränken sich darauf, in ihrem eigenen Umfeld zu vegetieren und die Ungerechtigkeit auszublenden. Auch ich weiss nicht mehr weiter und sehe kaum Hoffnung dieser Bedrohung die richtige Antwort entgegenzusetzen. Unsere "Sprache" wird jedenfalls weder verstanden, noch akzeptiert, eher wird über soziales Gedankengut gelacht.
Haben zivilisierte Menschen eigentlich noch die richtigen Argumente, um gegen solch brutale "Menschen" vorzugehen?
Wie lange wird es noch demokratische Staaten geben, die sich wehren könnten?
Die Zeit drängt!

Wahnsinn

Kommentar von Anonymer Benutzer am 20.06.2010 21:00
Es hat absolut keinen Sinn! Es ist sogar noch schlimmer wenn man diese Leute zusammensperrt.

Es gab in russland einen Mafia Paten, der ist im hohen Alter weit über 70 in dem berüchtigten Gefängniss Belij Lebed(weißer Schwan) gestorben. Nach seinem Tod, den man in den "Kreisen" anzweifelte gab es in ganz Russland schwere Gefängnisrevolten. Dieser Mann, der eigentlich nicts anderes wahr als ein Taschendieb, verbrachte 50 seiner Jahre im Gefängnis. Von dort organiesierte er verbrechen über min ganz Russland und der ehemaligen Sowetunion. Erst dort lernte er sein Handwerk wurde zum wor v sakone(Dieb im Gesetz)

Ich weiß das ist wahrscheinlich unmenschlich aber diese Leute gehören sofort erschossen.
Diese Menschen sind wie Kakalaken, sie überleben überall.

Wahnsinn

Kommentar von Anonymer Benutzer am 06.07.2010 17:05
Das trifft alles leider den wahren Kern auch der deutschen Gesellschaft.
Vorherige Einträge
PEER STEINBRÜCK ZEIGT SEIN WAHRES GESICHT - DORT WO ER VORTRÄGE HÄLT.
Es könnte eigentlich ein Märchen aus einem Land sein, in dem demokratische Transparenz und ethisches Verantwortungsgefühl eigentlich ein Fremdwort ist.
Artur B. war in Rostock einst eine einflussreiche Unterweltgröße. Und er hatte anscheinend mächtige Verbündete. Das ist Teil I der Geschichte:
Oleg Deripaska ist auch in Europa ein mächtiger Oligarch. Doch wie kam er zu seinem Reichtum?
In einem der umstrittensten Hotels von Montenegro treffen sich derzeit europäische Top-Kriminalisten von Interpol. Auch die Führungselite des BKA ist anwesend. Und alle schmeicheln Montenegros Ministerpräsidenten. Ich schaue von außen zu.
Irgendwie klebt der bekanntlich nicht vorhandene Sachsensumpf, also die korruptiven und kriminellen Netzwerke in Sachsen, an einem hängen.
Wirtschaftskriminalität, Organisierte Kriminalität und Korruption werden endlich – wenn auch weit überwiegend von Außenseitern – als zusammengehörende Formen der kriminellen Ökonomie diskutiert.
Die georgische Mafia und ihre "Diebe im Gesetz" die in Europa, u.a. in Deutschland leben,wollen nicht nur eine georgische Subgesellschaft in Europa aufbauen, sondern mit dem kriminell erwirtschafteten Kapital die Regierung in Georgien stürzen
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Ich hatte wirklich nicht vor, mich noch einmal mit dem unsäglichen Sachsensumpf zu beschäftigen. Doch ein Prozess in Dresden, gegen die Kollegen Arndt Ginzel und Thomas Datt, wegen übler Nachrede, macht es leider notwendig.
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