Im Spiegel-Artikel ist zu lesen: "Auch im Ausland hat die geschäftstüchtige Privat-Uni bereits Lobbyarbeit betrieben. In Berlin hat sie eine Filiale in der Friedrichstraße, Ecke Oranienburger Straßen, mitten im Herzen der deutschen Hauptstadt. In den Schaufenstern hängen Poster und Fahnen. Derzeit ist das Zentrum geschlossen, telefonisch wimmelt eine Dame Interviewanfragen ab.
Als die Berlin-Filiale 2009 eröffnet wurde, hielten zwei deutsche Politiker Festreden: Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der deutsch-rumänischen Parlamentariergruppe Susanne Kastner, sowie ihr Stellvertreter, der FDP-Mann Joachim Günther. Kastner lobte die deutsche Spiru-Haret-Expansion. Mittlerweile gab sie an, erst später erfahren zu haben, wer Bondrea sei. Man könne als Politikerin nicht immer alles überprüfen. Das Thema scheint ihr peinlich.
Ihrem Kollegen Günther von der FDP ist es nicht peinlich."Wir haben als Parlamentariergruppe, wenn wir nach Rumänien kommen, immer zu irgendwelchen Leuten Kontakt, das ist doch nichts Anrüchiges."
Rumäniens frühere Bildungsministerin sieht die Privat-Uni-Leute da weitaus skeptischer: "Vor allem im Ausland gerät unser Hochschulwesen als Ganzes in Verruf." Dem rumänischen Botschafter in Deutschland verbot sie damals, an der Eröffnung der Uni-Filiale in Berlin teilzunehmen. Sie wollte die Veranstaltung nicht auch noch offiziell adeln."
Warum aber fehlt das besondere Engagement von Günther für diese Unversität?
Auch die SPD-Abgeordnete Kastner wurde schon im Oktober 2009 von einem Bürger über Abgeordnetenwatch.de gefragt:
"Sehr geehrte Frau Dr. Kastner,
die rumänische Spiru Haret
Universität ist in den letzten Wochen mit Billig-Diplomen, ich bezeichne es als
Titelhandel, Nähe der Führungskräfte der Universität zum ehemaligen
kommunistischen Diktator; Verweigerung von Abschlüssen durch das rumänische Bildungsministeriums
.... in die Schlagzeilen gekommen.
Haben Sie und wenn ja, in
welchen Maße, die geplante Ansiedlung der Universität in Berlin und Plauen
unterstützt ? Haben Sie in der Sache mit Ihrem Bundestagskollegen und Prof.
(der Spiru Haret) Joachim Günther (FDP) zusammengearbeit ?"
Eine Antwort hat er bis heute nicht erhalten!
Und auf meinem Blogbeitrag vom 6. Oktober 2009, also vor über zwei Jahren, habe ich folgendes geschrieben:
Über eine Universität aus Rumänien und was Joachim Günther damit zu tun hat
erstellt von Jürgen Roth — zuletzt verändert: 06.10.2009 17:11
Auf seiner Webseite verkündet der FDP-Abgeordnete aus dem sächsischen Vogtland er habe seinen Schnauzbart jetzt abrasiert. Das ist eine wichtige Mitteilung. Wichtiger wäre vielleicht, wenn er darüber aufklären würde was es mit seiner Erfolgsmeldung auf sich hat, wonach es in Deutschland bald eine private Universität mehr geben wrde. Es sei die mit 300.000 Studenten weltweit größte europäische Universität Spiru Haret in Bukarest. Und die plane, dank seiner Hilfe, auch eine Nebenstelle in Plauen
Am besten wissen darüber die rumänischen Journalisten Bescheid, insbesondere die international angesehenen Rechercheure des "romanian center for investigative journalism" in Bukarest. Das sind deren Erkenntnisse, die die Erfolgsmeldung des FDP-Abgeordneten ein wenig ins rechte Licht rücken:
Es heißt in Deutschland in der Universität Spiru Haret gibt es 300.000 Studenten. Das stimmt, aber die meisten sind "online-Studenten". Sie besuchen die Uni nie, weil es keine Lehrer gibt. Sie bezahlen ein paar hundert Euro, um in drei Jahren ein Diplom zu erhalten. und gehen nie in die Universität. Die Universität hat zudem die medizinische Fakultaet noch nicht gebaut. Es ist geplant, aber die Universität steht jetzt in Rumänien im Zusammenhang mit einem großen Skandal. Es geht um Aurelian BONDREA, ein schmutziger alter Kommunist, sicher mit Verbindungen zur Securitate. Bondrea war damals fuer Ausbildung im zuständigen Ministerium zustaendig, aber wegen seine Beziehungen zur Securitate hatte er viel mehr Macht als der Minister. Bondrea hat Elena Ceausescu geholfen ihren Titel als Akademikerin zu bekommen. Bondrea ist ein reiner Kktivist. ohne Studium, abgesehen als Aktivist in der einstigen Parteihochschule "Stefan Gheorghiu".
Die Universität Spiru Haret ist heute so ein Art Diplomfabrik, man lernt dort kaum, aber man bekommt ein Diplom. Der ehmalige Präsident Iliescu hat ein dort seinen doctor honoris causa bekommen. Viele unserer Politiker haben dort solche Diplome bekommen, obwohl sie gar nichts studierten. Es diente nur um einen Posten in der Regierung zu beiommen.
Wenn nun Spiru eine medizinische fakultaet betreiben soll, und dort Ärzte mit Diplom graduieren, dann das wird wierklich gefährlich.
Und was die geschäftlichen Aktivitäten des FDP-Abgeordneten angeht, über die auf seiner Webseite übrigens nichts zu finden ist, schreibt Rainer Räsch in der Plauener Zeitung am 27. August 2009
"FDP-Günther und der Stasi-Spitzel - Auch OB involviert
Plauen. Unterschiedliche Firmen, die selben Eigentümer: Geschäftsbeziehungen zwischen dem FDP-Politiker Joachim Günther sowie dem Ex-Aufsichtsratschef und Stasi-Mitarbeiter des bisherigen Sponsors beim Fußball-Zweitligisten Union Berlin gibt's nicht nur bei der ISO GmbH in Berlin, es hat sie auch in Plauen gegeben: Ende der 90er-Jahre bei der Bauträgergruppe Vogtland-Massivbau-System (VMS). Beide Männer waren Gesellschafter der Firma - und Plauens heutiger Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) hatte in der Gruppe als Geschäftsführer gearbeitet.
Wie gestern berichtet, ist der Bundestagsabgeordnete und FDP-Landes-Vize Joachim Günther aus Theuma Teilhaber an der Berliner Firma ISO-International Development & Consulting GmbH, die sich nach eigenen Angaben mit internationaler Entwicklungshilfe befasst und derzeit im Kongo tätig ist. Als Vorgängerunternehmen gilt eben diese Plauener VMS Bauträgergruppe, die es inzwischen nicht mehr gibt. Von der Stasi-Vergangenheit seines 51 Jahre alten Mitgesellschafters habe er nichts gewusst, sagte Günther zur "Freien Presse".
Oberdorfer wiederum war Chef des Plauener Bauträgers VMS International. Die Firma soll im Sommer 2000, als er mitten in seinem ersten OB-Wahlkampf steckte, durch fragwürdige Geldtransaktionen vorm Konkurs bewahrt worden sein, und zwar zu Lasten der mit ihr eng verflochtenen VMS Partner Bauträger GmbH. Diese ging in die Knie und hinterließ einen Schuldenberg von damals rund drei Millionen Mark. Die VMS-Verantwortlichen, so lauteten im Kern die Vorwürfe, hätten dem Insolvenzverwalter Rückforderungsansprüche verschwiegen. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben jedoch keine Hinweise auf eine Straftat und wurden eingestellt.
Bei dem Vogtland-Massivbau-System VMS handelte es sich um eine patentierte Bauweise, bei der mit Styropor-Elementen Gebäudewände zusammengesetzt und mit Beton ausgegossen werden konnten. Der Vertrieb kam allerdings niemals richtig auf die Beine - die Zahlungsunfähigkeit der Firma war die Folge."
FDP