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Leipzig - das Amtsgericht

— abgelegt unter:

Jetzt habe ich mein Manuskript abgeschlossen und kann mich etwas weniger bedeutsamen Dingen wieder zuwenden. Wie zu erwarten wurde ich zu einer Geldstrafe vom Amtsgericht Leipzig verurteilt. 60 Tagessätze. Eigentlich hätten mein Anwalt und ich auch zu Hause bleiben können. Denn das was wir vorgetragen hatten, es fand bei der Richterin mit der leisen Stimme und dem langen Zopf überhaupt keine Beachtung. Wie schon bei der ersten Verhandlungsrunde für den naiven Außenstehenden ersichtlich.

Die Richterin war nicht zu überzeugen. Auch eine Zeugin, die über die Nachlässigkeit der Staatsanwaltschaft ausgesagt hatte, fand überhaupt kein Gehör. Es interessierte nicht. Zusammenhänge zu sehen war anscheinend nicht die Sache der Richterin. Und selbst als mein Anwalt ein Gutachten der Staatsanwaltschaft Leipzig vorgelesen hatte, wonach bei den betreffenen Stellen auf meinem Blog keine üble Nachrede und keine Verleumdung der bedauernswerten Staatsanwältin vorlliegen würde, wurde das von anderer, höherer Stelle der Staatsanwaltschaft gekippt. Deshalb fand das auch bei der Richterin wenig Zustimmung.  In meinem Plädoyer, was auch sinnlos und verschwendete Zeit war, sprach ich von der sächsischen Rachejustiz im Zusammenhang mit dem Sachsensumpf. Und ich fragte auch gleich nach ob das auch wieder eine Verleumdung wäre. Man muß ja in Sachsen jedes Wort vorher juristisch absegnen lassen. Natürlich haben wir gegen das Urteil Revision eingelegt und der Gang durch die juristischen Instanzen kann jetzt beginnen. Mal sehen wie es ausgehen wird - im schönen Sachsenland.

Im übrigen gibt es eine bemerkenwerte Aussage eines Frankfurter Oberstaatsanwalts, die ich in meinen neuen Buch "Gangsterwirtschaft" zitieren werde. Frankfurt am Main und Sachsen trennen halt Welten:

Klaus Pförtner ist Oberstaatsanwalt in Frankfurt. Auf dem Internationalen Symposium zur richterlichen Unabhängigkeit in Europa an der Universität Frankfurt, hielt er einen, für einen deutschen Staatsanwalt, revolutionären Vortrag. Sein Beispiel zeigt, dass es, trotz aller Pressionen, immer noch Staatsanwälte gibt, die ihren kritischen Geist bewahrt haben: „Die Staatsanwaltschaft ist in Deutschland nicht eingeführt worden als Hüter des Gesetzes. Das wird immer nur so behauptet. Die Staatsanwaltschaft ist als Organ zur Durchsetzung des Machtwillens des Staates eingeführt worden, gegen aufmüpfige unabhängige Richter, um der Exekutive mehr Einfluss auf die Durchführung der Verfahren zu geben, die Rechtsmittel im Verfahren zu beherrschen und ähnliches mehr. Also die Staatsanwaltschaft ist in ihrer Grundkonzeption nicht Hüter des Rechts, sondern Organ zur Durchsetzung des Machtwillens des  Staates. Deshalb will die Politik keine unabhängige Staatsanwaltschaft. Das muss schon deshalb deutlich gesagt werden, um den Glorienschein der deutschen Staatsanwaltschaft zu löschen.“[i] 



[i] Klaus Pförtner: Die deutsche Staatsanwaltschaft: Marionette er Politik? Unabhängigkeit muss sein!, Vortrag am 8. November 2008, Internationales Symposium zur richterlichen Unabhängigkeit in Europa, Frankfurt am Main

Roth

Kommentar von Anonymer Benutzer am 10.12.2009 16:09
Ob es dem Herrn Roth in seiner biologisch begrenzten Zeit (der Jüngste ist er ja wirklich nicht) noch einmal gelingen wird, auch mal ein guter Verlierer zu sein?
Ein Verlierer ist er in jedem Fall.....Da ändern auch Häme und alberner Spott nix.
60 Tagessätze sind ja auch nur peanuts....
Muuuhahahaha.....

Roth

Kommentar von Anonymer Benutzer am 15.02.2010 17:34
Der Text entlarvt den "Autor" !

Pförtner-Zitat

Kommentar von Anonymer Benutzer am 10.12.2009 21:41
Nicht schlecht für den Anfang, Klaus Pförtner vergaß zu erwähnen, daß diese Praktik aus dem 12-jährigen tausendjährigen Reich übernommen wurde. Ferner ist wie immer der Begriff 'Staat' verzerrt. Es ist das Derivat einer SED/NSDAP-Parteien-Diktatur (Diktatoren im Staats-Diener-Pelz!), welches seine Macht über die Weisungsgebundenheit der Judikative austobt und der Staat - der das Volk ist - wird geschädigt, geplündert und drangsaliert.

Herr Roth

Kommentar von Paul am 10.12.2009 22:57
Offenbar ist das Urteil juristisch doch nicht so sicher wie die Richterin glaubt. Anders ist die Pöbelei des ersten Kommentars nicht erklären. Der Inzuchtidiot hat sachlich offenbar nicht viel auf der Pfanne.

Was sagt uns das? Richtig, nächste Instanz.
Am besten ohne Verteidiger. Der ändert sowieso nichts. Wir dürfen es zwar nicht sagen, aber vermuten dürfen wir schon, dass das Urteil dort schon vor der Verhandlung geschrieben wird.

Es geht nur um die Verfassungsbeschwerde. Dazu müssen Sie aber vorher alles ausgenutzt haben (Subsidiarität). Deshalb so viel wie möglich Anträge stellen. Und vor allem immer auf Art 5 GG hinweisen (sonst wird die Verfassungsbeschwerde aus formalen Gründen abgewiesen).
Und von der Muhahaha-Knallcharge (der erste Kommentar ist so dämlich, dass den nur ein Richter oder Staatsanwalt geschrieben haben kann) müssen Sie sich nun wirklich nicht einschüchtern lassen.

Herr Roth

Kommentar von Anonymer Benutzer am 11.12.2009 06:56
für mich als juristischer Laie ist die ganze Angelegenheit doch etwas beunruhigend ... aber für "normale" Juristen ist das offenbar alles kein Problem, wie hier (in Leipzig) Recht gesprochen wird ... :-(

es kommt immer auf die Prioritäten an

Kommentar von Horst Dettweiler am 11.12.2009 17:21
und die setzt die sächsische Justiz zwar etwas eigenartig, aber doch stringent. So stellte der BGH im Falle des "Sturm 34" ja fest, daß das LG Dresden "falsche Massstäbe" angewandt hat. Sowas nennt man gemeinhin eine klassische Klatsche für totales Versagen. Verstehen lässt sich das nur, wenn man realisiert, daß braune Straftaten in der sächsischen Justiz ein wenig, nun ja, salopp behandelt werden. Vielleicht gibt es da ja auch einige Seelenverwandschaften. Wie gesagt, jeder setzt halt seine Prioritäten. Respekt in diesem Falle vor der Staatsanwaltschft: sie hat diese Schweinerei vor den BGH gebracht, und damit vermutlich in der höheren Chargenebene dieser Skandalbehörde keine Freude ausgelöst.

Herr Roth

Kommentar von Anonymer Benutzer am 14.12.2009 20:26
Nun, sehr geehrter Herr Paul, was man da so alles liest und hört
über schon mehr als dubiose Machenschaften in einem offensicht-
lich von kriminell veranlagten Elementen beherrschten Bundesland,
lässt für mich nur den einen Schluss zu:
Bei dem zuerst verfassten Kommentar müssen sich wohl beide Seiten
der von Ihnen erwähnten Institutionen an einen gemeinsamen Tisch gesetzt haben. Anders ist dieses Ausmass an Dummheit garnicht zu
realisieren.

Herr Roth

Kommentar von Anonymer Benutzer am 24.12.2009 14:42
Diese Ausage findet meine Zustimmung. Ich würde es zwar nicht bedingungslos so sehen, aber in Sachsen scheint die Machtpolitik des Staates noch viel skrupelloser praktiziert zu werden, als in den alten Bundesländern. Ich empfinde nur Scham und eine fast ohnmächtige Wut, für die Möglichkeiten der Rechtsbeugung, die sich hier schon aus rein formalen Gründen ergeben.

Sachsens Richter

Kommentar von Anonymer Benutzer am 27.12.2009 16:15
dzu passt ein Auszug aus einem Dankschreiben des MP Tillich an die Richter, datiert Dresden im Advent 2009:
"Wir haben die Wahlen auch deshalb gewonnen, weil Sie in der Verwaltung unsere politischen Ideen umsetzen und die Menschen spüren, dass ihr Heimatland gut geführt und verwaltet wird. Ich danke Ihnen ganz persönlich für Ihren Anteil am erfolgreichen Wahljahr 2009."
Das geht auch nur, weil der vom MP eingesetzte Justizminister der oberste Dienstherr der Richter und Staatsanwälte ist. Er entscheidet über Beförderung und letztendlich auch über die Beurteilung.

Sachsens Aufklärer

Kommentar von Horst Dettweiler am 04.01.2010 08:58
da passt prima die Sendung "Neues aus der Anstalt" im ZDF mit Urban Priol, vom 15.12.2009. Lässt sich leicht im Netz aufrufen. "der jetzige Innenminister de Maiziere, war früher Justizminister in Sachsen, und da sind ein paar Richter, Staatsanwälte, Politiker und Wirtschaftsgrössen in den Puff, und dann sollte das aufgeklärt werden. Und da sagt der de Maiziere, kein Problem, machen wir gleich morgen, und dann am nächsten Morgen nimmt er die Akten, da läuft ihm plötzlich so ein Shredder vor die Füsse und rrrrt-rrrrt, bevor der de Maiziere den Aus-Knopf gefunden hat, waren die wichtigsten Akten plötzlich weg" (Gedächtniszitat).
Muuuhuhahua - da kehren sie alle so verbissen unter den Teppich, und dann kommt so ein böser Journalist wie Herr Roth und so ein böser Kabarettist wie Herr Priol, und die ganze Sch.... stinkt wieder wie einst im Mai.

Verbrecherjustiz

Kommentar von Hopkins am 28.12.2009 09:42
Beleidigung und üble Nachrede sind anscheinend die Lieblingsprozesse unserer geistig unterbelichteten Verbrecherjustiz. Politiker und vor allem Juristen können es absolut nicht vertragen, wenn man ihnen die Wahrheit sagt. ich wurde inzwischen 2x wegen der gleichen Angelegenheit, einmal wegen Beleidigung und beim zweitenmal wegen übler nachrede verurteilt. Das verfahren ist inzwischen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig. Ich habe justizbeamte die zu fünft einen Gefangenen, a la Ab uGraib mißhandelt haben, als KZ-Wärter und Drecksäue betitelt. Das ist natürlich übelste Beleidigung die man verfolgen muß. Die KZ-Wärter sind immer noch im Dienst und ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Strafvereitelung im Amt wird natürlich gegen niemand eröffnet. Die Schweinerei ist auch dem bay. Justizministerium bekannt aber auch von dort wird die ganze Schweinerei gedeckt.

http://www.roterbaron.net.tc

Pförtner w a r ....

Kommentar von daoh am 16.01.2010 14:31
Oberstaatsanwalt, ist im Ruhestand und jetzt Rechtsanwalt http://www.kanzlei-oztas.de/[…]/index.html

nomail@nomail.de

Kommentar von Nordmann am 20.01.2010 19:13
Ein altes Problem

Ich meine, daß Sie sich mit der Adresse Mafialand.de nicht nur Freunde machen werden, wird Ihnen sicher schon vorher klar gewesen sein.
Ihr Problem dabei, Herr Roth, ein legitimes Anliegen nur unzureichend vor der Obrigkeit darlegen zu können, hatten schon andere. Ehrlich, ich habe mir in dem Moment Sie vorgestellt, gernervt, weil Ihnen jemand über den Mund gefahren war, und am Schluß zu einer Strafe verdonnert worden sind. Ich mußte lachen.

Vielleicht tröstet Sie der folgende Text. Passen Sie auf:


Ohne Ort, 1560, dt. Handschrift auf Papier

Als "oberster provossen Leutnant" war der - gegenwärtig noch nicht identifizierte - Verfasser unserer Handschrift 1552 Angehöriger des Stabes des damaligen Regimentsobersten Herzog Moritz Kurfürst von Sachsen und zählte damit zu den ranghöchsten Befehlshabern in dem von Moritz von Sachsen geführten kaiserlichen Landsknechtsheer.
Als Profoß hatte er sich in seinem Regiment um die Durchsetzung und Einhaltung der Feldordnung unter den Landsknechten zu kümmern; er ermittelte die Rechtsbrecher, setzte sie fest und trat vor Gericht als öffentlicher Ankläger und hernach als Urteilsvollstrecker auf.
Nach Ende eines Feldzugs war der Profoß nicht mehr durch das Militärrecht geschützt, weswegen er das Regiment meist vor dessen Auflösung verließ, um sich so vor Racheakten der von ihm verfolgten Landsknechte zu schützen.
Nach mehr als 20 Jahren im kaiserlichen Heeresdienst nun also ohne Sold und Beschäftigung, wandte sich der ehemalige Landsknechtoberst 1560 mit dem vorliegenden, stark autobiographischen Manuskript direkt an Kaiser Ferdinand I. und ersucht diesen schließlich im 146. und letzten Kapitel seiner Ausführungen, "mich doch aus lauterer genaden mit ainer genetten Pfründt oder schlechten Ofidicio oder Beneficij" zu bedenken.
Sich offenbar sowohl der Umständlichkeit als auch der Brisanz seines Vorbringens bewußt, nimmt er bereits im Vorwort an den Kaiser darauf Bezug, daß man ihn in einer persönlich gewährten Audienz wohl nicht in dieser Ausführlichkeit zu Wort kommen ließe ("gibt ainem nit sovil audienz, biß Er sein wichtige sachen khann genuegsamblich fürbringe").
Vorherige Einträge
Rolf Schälike soll nicht mehr über die Aktivitäten bestimmter Anwälte vor den Pressegerichten berichten dürfen.
Barbara Rosenkranz, Kandidatin der FPÖ zur kommenden Präsidentschaftswahl in Österreich und ihr Ehegatte sind entweder österreichisch verklebte Rechtsradikale oder einfach nur dumm.
Bericht über den Prozess in Sofia
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Was verbindet die mit Panzern beladene und von Piraten entführte MS Faina mit Hamburg?
Der bulgarische Ex-Innenminister Rumen Petkov klagt mich wegen eines Verbrechens an - eine Lachnummer
Liechtenstein und die Staatsanwaltschaft Bochum
UNO WIRFT BANKEN VOR DROGENGELDER GEWASCHEN ZU HABEN, UM ZU ÜBERLEBEN
Leipzig - das Amtsgericht
2. Verhandlungstag in Leipzig am Mittwoch, den 25. November
Die Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht in Leipzig wegen übler Nachrede, die ich begangen haben soll, begann etwas verspätet.
Die Staatsanwaltschaft fühlt sich beleidigt
Müllabladeplatz Kalabrien
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TEIL III. WIE DIE STAATSWALTSCHAFT IN DRESDEN TRICKSTE, UM DEN SACHSENSUMPF AUSZUTROCKEN
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Zuhälter die Kinder zur Prostitution gezwungen haben, sie können sich des staatlichen sächsischen Schutzes sicher sein
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