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Müllabladeplatz Kalabrien

erstellt von Jürgen Roth at 15.10.2009 10:05 |
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Seit einigen Wochen wird überwiegend in Italien darüber berichtet, dass Anfang der neunziger Jahre Schiffe, beladen mit radioaktivem Giftmüll, versenkt wurden. Bislang ist in den Medien die Rede von 30 Schiffen. Gespräche mit Ermittlern in Rom und Kalabrien, mit denen ich gerade gesprochen habe, ergeben ein anderes, ein grausames Bild.

So schön sieht sie aus - die Küste in Kalabrien.

Kalabrien

Das im Meer schlummernde Gift sieht man nicht. Ermittler sprechen vom Öko-Terrorismus der sich hier und an anderen Teilen der Küsten bis heute abspielt. Denn tatsächlich wurden an der Küste Kalabriens insgesamt 180 Schiffe, beladen mit Giftmüll und mit radioaktivem Abfall versenkt wurden.

Küste Kalabrien

Alle Ermittlungen der Behörden in Kalabrien wurden unterdrückt. Denn verantwortlich für diesen Öko-Terrorismus sind nicht nur kalabresische 'Ndrangheta-Clans, sondern auch hochkarätige Konzerne in Italien und Europa. So berichtete die Nachrichtenagentur Ansa, dass bis zu 39 Schiffe mit toxischen oder radioaktiven Abfällen, produziert von europäischen chemischen undn pharmazeutischen Firmen, im Mittelmeer "entsorgt" wurden. Und sie haben die Rückendeckung der Regierungen in Rom seit dem Jahr 1993. Damals bereits ermittelte ein Staatsanwalt in Reggio Calabrien und wurde gestoppt. Ermittler haben bis heute Angst um ihr Leben. Francesco Fonti, ein Pentito der 'Ndrangheta erklärte inzwischen, dass er im Jahr 1992 am Untergang des Frachters Cunsky beteiligt gewesen sei, um 120 Fässer mit radioaktivem Schlamm zu entsorgen. Er sei außerdem noch am Untergang der Giftmülltransporter Yvonne A und Voriais beteiligt gewesen. Sebastiano Venneri, der Vizerpräsident der Umweltschutzorganisation Legaambiente erklärte, es gibt die Befürchtung, dass durch undichte Behälter Radioaktivität bereits vom Plankton aufgenommen sein könnten. Wenn das der Fall ist, bestehe die Gefahr, dass sie ihren Weg in die Nahrungskette gefunden hat.

Und die internationale Öffentlichkeit macht bis heute keinen Druck auf die Regierung in Rom, damit die Bevölkerung endlich aufgeklärt wird. Für den Tourismus in Kalabrien könnte die Erkenntnis, dass radioaktiver oder anderer Giftmüll in der Nähe der Küste versenkt wurde, tödlich sein. Wer badet gerne in verstrahltem Wasser? Glücklicherweise sieht man es nicht, könnte man zynisch sagen. Für die 'Ndrangheta-Clans, unter anderem aus Ciro, war es jedenfalls ein Milliardengeschäft, weitaus ertragreicher und problemloser als der Drogenhandel.

Neuigkeiten???

Kommentar von Anonymer Benutzer am 04.11.2009 17:58
Als wäre das mal was neues. Die Anwohner und auch die gebürtigen Kalabresen wissen schon seit Jahren um den Radioaktiven Müll der da auf dem Grund rumliegt...Nur jetzt ist grade mal einem Politiker langweilig und er behauptet sich drum zu kümmern, hat die letzten 20 Jahre auch keinen interessiert aber auf einmal ist es top thema in ganz Europa
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