Sarrazin ist ein Demagoge, ein Mann der die dumpfen Instinkte weckt. Wer von kulturell bedingten Genen spricht ist vom Antisemitismus nicht weit entfernt. Das hatten wir schon einmal.
Doch es gibt Widerstand gegen den Bundesbanker und noch SPD-Mann. Das Bündnis "Rechtspopulismus stoppen" ruft für kommenden Montag zu einer Demonstration auf:
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann
Telefon: 0177 / 176 86 33
Aufruf :
Kundgebung für die durch Thilo Sarrazin Diskriminierten, Stigmatisierten und Kriminalisierten!
Protest gegen Sarrazin-Pamphlet!
(ergänzend zu: http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/2010/08/25/pm-kein-podium-fuer-geistigebrandstifter-
im-haus-der-bundespressekonferenz/):
Ort: vor dem Haus der Bundespressekonferenz
Zeit: 30. August 2010, 10.00 Uhr
Grund: Pressekonferenz mit Buchvorstellung von Thilo Sarrazin
„Nicht Proteste verschaffen dem Buch Aufmerksamkeit und Verkaufszahlen, sondern diese waren schon
vorher garantiert!
Warum?
Weil sie breit vorhandene Vorurteile und Ressentiments bedienen und diese mit Hilfe
pseudowissenschaftlicher Statistiken/ Zahlen untermauern helfen.
Rassismus lässt sich in allen Parteien sowie Strukturen finden und Alltagsrassismus ist kein
Einzelphänomen. Zusammen mit dem institutionellen Rassismus bilden sie den idealen Nährboden für
optimale Verkaufserfolge.“
Wir fordern:
Rassismus und Sozialdarwinismus darf nicht weiter hinter einer „Meinungsfreiheitsdebatte“ versteckt
werden!
Schätzungsweise 6% unserer Bevölkerung sollen als Sündenböcke für ein angebliches „Aussterben der
Deutschen“ sowie für Fehlentwicklungen in diesem Land herhalten und zugleich für ihre soziale Situation
selbst verantwortlich gemacht werden. Das ist eine bewusste Verkehrung der gesellschaftlichen Realität
im Land. Dabei ist das „Problem“ Sarrazin nur die Spitze eines Eisberges. Viele fühlen sich offenbar nach
dem Motto ermutigt: „Endlich spricht mal einer die Wahrheit aus“ oder „Alles ist durch Meinungsfreiheit
abgedeckt“. Sie meinen so, ihre Ressentiments und Vorurteile äußern und ausleben zu können. Die
scheinbare Unfähigkeit und Tatenlosigkeit einiger verantwortlicher Politiker_innen gegenüber Sarrazins
verbalen Entgleisungen in den letzten Jahren, eingeschlossen jene Politiker_innen, die dazu in der rechten
„Jungen Freiheit“ referieren, dürfte eine der Ursachen für diese Ermutigung sein.
Auch einige von denjenigen, die sich heute am lautesten über Sarrazin aufregen, sind selber für
Sozialabbau, Armut, Ausgrenzung und fehlende Chancengleichheit mit verantwortlich oder haben das
unterstützt. Ihre Unmutsbezeugungen gegen Sarrazin erscheinen so lange als unglaubwürdig, wie sie nur
als Ablenkung vom eigenen Versagen wahrgenommen werden.
Wir sind nicht nur der Meinung, dass nur die Form und Ausdrucksweise von Thilo Sarrazins Äußerungen
bzw. Veröffentlichungen schlechthin menschenverachtend und diskriminierend sind. Wir sind der
Meinung, dass sie zugleich eine Mischung von statistisch verbrämten Halbwahrheiten, Vorurteilen,
Unterstellungen und unzulässigen Verallgemeinerungen darstellen, charakteristisch für Rechtspopulismus.
Weder das Haus der Bundespressekonferenz noch das Internationale Literaturfestival (ILF) sollten sich
dem Namen und dem Selbstverständnis nach als Podium für pseudowissenschaftlich begründete
rassistische und sozialdarwinistische Werke hergeben. Wer die „wirklichen Rechten sind, die dieses Thema
sonst übernehmen könnten“ und vor denen Necla Kelek (Moderatorin der Buchpräsentation am Montag)
warnt, bleibt genauso offen, wie die Frage, wie Sarrazins „genetisch minderwertige und unnütze“
Muslim_innen seine Forderung nach mehr Verantwortungsübernahme erfüllen sollen, die sie erkannt zu
haben glaubt(ZDF heute, 26. 08.2010). Auch eine auf öffentlichen Druck erfolgte nachträgliche
Legitimierung der Buchpräsentation beim ILF über die Erweiterung des Podiums um eine(n) Kritiker_in
klingt kaum glaubhaft. Ohne Distanzierung diskreditiert jedenfalls die Anwesenheit Sarrazins eine Reihe
namhafter Autor_innen. Eine Aufwertung von Sarrazins Pamphlet dürfte ohnehin bereits erreicht sein.
Wir wollen nicht nur über Thilo Sarrazin reden oder ihm mit dem Finger drohen - wie andere seit Jahren
ohne Konsequenzen zu ziehen - wir handeln! Anders als Thilo Sarrazin und andere rassistische Hetzer
nennen wir das eigentliche Problem beim Namen – es ist rassistische Ausgrenzung von Minderheiten!
Wir gehen auf die Straße!
Für ein gemeinsames und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen unabhängig von
konstruierten Merkmalen wie Herkunft, Religion, sozialem Status oder der Lebensweise!
Gegen Rassist_innen, Rechtspopulist_innen und Nazis! Wehret den Anfängen!
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