WARUM DIESE JOURNALISTISCHE FEHLLEISTUNG?
Am 7. August 2009 gab es im WDR-Fernsehen die Sendung Plasberg Persönlich. Auf der Internetseite des WDR wurde dazu folgendes gesagt: "Gerüchte, Klatsch und Tratsch hat es immer gegeben. Und immer haben Menschen daran Freude gehabt. Doch so groß der Spaß an Geschichten über die dunklen Seiten von Prominenten oder die Verfehlungen der lieben Nachbarn ist, die Folgen können beträchtlich sein. Denn was durch Fernsehen, Zeitungen oder Internet in rasendem Tempo seinen Weg in die Öffentlichkeit findet, ist kaum noch aus der Welt zu schaffen, selbst wenn sich später herausstellt: Alles nur ein Gerücht! Frank Plasberg spricht mit seinen Gästen über die ewige Lust an Klatsch und Tratsch und über die Folgen von Gerüchten, bei denen immer etwas hängen bleibt." Soweit so gut.
Doch dann wurde als Opfer von "Gerüchten" ein ehemaliger sächsischer Richter eingeladen. Und zu ihm wurde folgendes auf der Webseite geschrieben: "Jürgen Niemeyer geriet als Richter fälschlicherweise in Korruptionsverdacht im Rotlicht-Milieu. Auch nachdem sich der so genannte „Sachsensumpf“ längst als wirres Hirngespinst übereifriger Fahnder herausgestellt hat, muss er heute immer noch um sein öffentliches Ansehen kämpfen." Niemeyer kritisierte in der Sendung unwidersprochen insbesondere den DER SPIEGEL und beschuldigte ihn des Rufmordes. Doch wie kommt die Redaktion dazu, den Sachsensumpf als "Hirngespinst übereifriger Fahnder" darzustellen?
Warum hat die Redaktion nicht einmal ansatzweise recherchiert und sich mit dem Abschlussbericht des 2. Untersuchungsausschusses zum Sachsensumpf beschäftigt. Insbesondere nicht mit dem Minderheitenbericht von der Fraktion DIE Linke und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN?
Dort ist unter anderem folgendes zu lesen: "Der 2. Untersuchungsausschuss konnte infolge der beharrlichen Verweigerung der Aktenherausgabe und der Erteilung von Aussagegenhmigungen für Zeugen im öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis...zur umfassenden Aufklörung und Untersuchung...keinerlei hinreichende Untersuchungen vornehmen."
Oder: "Die von Vertretern der Staatsregierung sowie von Amts- und Behördenleitern ihr nachgeordneten Behörden - auch in Pressekonferenzen - wiederholt öffentlich erfolgte Darstellung, wonach der Fallkomplex "Abseite III" gänzlich (dabei geht es auchum das Kinderbordell Jasmin) bzw. zu großen Teilen auf der Informationsgewinnung aus der so genannten Quelle mit der Bezeichnung "Gemag" beruhe, die wiederum identich mit dem Leipziger Kriminalhauptkommissar Wehling sei, ist nach der vorgenannten Festellung in Gänze unzutreffend und offensichtlich der Wahrheit zuwider behauptet. ..Dasselbe gilt für die Behaptung , wonach "ein Leipziger Polizeibeamter" der "Hauptinformant" im Komplex Abseits III gewesen sei, der quasi die in alten Polizeiakten gesammelten Erkenntnisse nochmals neu "aufbrühte" auch vom LfV-Präsidenten Boos seinerzeit mit einem "Teebeutel" verglichen, "der bereits aufgegossen war" und später als "Teebeutel-These" hochstilisiert wurde. (Im übrigen von vielen Medien, auch der FAZ, die von Niemeyer besonders gewürdigt wurde J.R.). Diese Darmstellung ist demzufolge ebenso als widerlegt anzusehen."
Und: "Nach den vorläufigen Ermittlungen des Untersuchungsausschusses liegen Anhaltspunkte für eine mangelhafte Aufklärung und Nichtverfolgung schwerster Straftaten im Zusammehang mit dem Kinderbordell Jasmin vor. Diese Aufklärungsmängel wiederum könnten gegebenenfalls mit einenm "korruptiven Netzwerk" erklärt werden. Allerdings konnte dieses bisher nicht nachgewiesen werden. Andererseits kann aus dem bisherigen Ermittlungsergebnis ein gezieltes Zusammenwirken mehrerer Justizangehöriger zur Verdeckung von Straftaten auch nicht ausgeschlossen werden." Um was es dabei geht, beschreibe ich ja auf meinem Blog.
So gesehen ist es eine üble Verleumdung der ehemaligen Mitarbeiter des Landesamt für Verfassungsschutzes was hier bei Plasberg getrieben wurde. Und das hatte man von ihm eigentlich nie erwartet.
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Viel zu hohe Erwartungen