Warum liest man nichts über die Hintergründe der Investoren die OPEL retten wollen? Teil I
Viel wird derzeit über den Konzern MAGNA geredet. Er sei bereit, OPEL zu retten. Doch wer verbirgt sich hinter MAGNA und welche Rolle spielen die russischen Investoren? Da führen viele Wege zu dem österreichischen Multimillionär Frank Stronach, auch Mini-Berlusconi genannt, und dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska, der bekanntlich auch nicht unumstritten ist. Nun könnte man meinen, deren Hintergründe wären bekannt oder würden zumindest hinterfragt werden. Denkste! Daher werde ich hier, peu á peu, einige neue Informationen liefern, weil ansonsten das Desaster absehbar ist - insbesondere für die bereits massiv lädierte transparente Unternehmenskultur in Deutschland. Denn die Beschäftigten von OPEL und die Steuerzahler werden die Zeche zahlen müssen.
PROTAGONIST AUS ÖSTERREICH: FRANK STRONACH
Da schreibt zum Beispiel der Grünen-Abgeordnete Peter Pilz auf seiner Webseite (www.peterpilz.at) am 28. März 2009: "Die Krise treibt die beiden ersten Blüten: Frank Stronach und Siegi Wolf. Die Magna-Chefs verzichten auf Teile ihres Gehalts und verlangen dasselbe von ihrer Belegschaft. Das ist aus mehreren Gründen eine Zumutung.
Zum ersten fließen die Ersparnisse samt seines eigenen Verzichts wieder in Stronachs Tasche. Zum zweiten verdient Stronach sein großes Geld ganz anders. Zum dritten weiß ich nicht, wie Eurofighter-Wolf mit den restlichen drei Millionen über den Frühling kommen soll. Zum vierten ist es eine Frechheit, dass die Opfer der Krise jetzt mit den Steuern den Banken und mit ihrem Lohn ihren Firmenchefs aus der Patsche helfen sollen. Und zum fünften ist Lohnverzicht gerade am Beginn einer großen Krise Konjunkturgift.
Stronach und Wolf missbrauchen die Krise, um schnell für die Firma einen Extraschnitt zu machen. Bei Wolf überrascht das nicht. Der Grasser-Pate hat nichts anderes gelernt."
Und im Spiegel vom 4. Juli 2003 waren auch schöne Sätze über Frank Stronach zu lesen: "Er ist der reichste Mann Österreichs, beherrscht die österreichische Fussball-Bundesligea und macht sich, wie Kritiker sagen, die Politik dienstbar". Oder: "österreichischer Klein-Berlusconi". Die Zeitschrift NEWS wird mit den Worten zitiert: "Kauft dieser Mann die ganze Republik". Mehr dazu unter www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck-25561900,html.
Der Innsbrucker Politologe Anton Pelinka sieht in seiner Person übrigens "eine sehr neue Art einer offenen Verflehtung von dem Interesse eines multinationalen Unternehmens und der politischen Klasse eines kleinen Landes. Jetzt erleben wir zum ersten Mal, dass die Wirtschaft sich die politischen Eliten an der Leine hält. Stronach kauft sich mit einer überraschenden Direktheit,man könnte sagen, Schamlosigkeit die politischen Eliten. Und die lassen sich das gefallen."
WIR NÄHERN UNS ALSO DER BESONDEREN FORM DER ÖSTERREICHISCHEN UNTERNEHMENSKULTUR. FREUND'LWIRTSCHAFT SAGEN DIE EINEN, KORRUPTIVE BEZIEHUNGSSYSTEM DIE EWIGEN NÖRGLER.
Und noch ein Beitrag von Peter Pilz. Es geht um die zwielichtige Beschaffung des Eurofighters für Österreich und jetzt kommt auch SIEGFRIED WOLF ins Spiel, der im deutschen Fernsehen gerne als Heilsbringer für die deutsche Automobilindustrie präsentiert wird:
18. Januar 2007
"Siegfried Wolf ist Chairman von Magna. Im Juni 2001 war er ein Taxi. Das behauptet er im Untersuchungsausschuss auf die Frage nach seiner Rolle beim Grasser-Besuch im Eurofighter-Manching. Er habe auf Wunsch von EADS Grasser im Magna-Flugzeug nach Manching gebracht. Das ist nicht neu.
Neu ist, dass Wolf sich nicht nur um Grasser gekümmert hat. Er berichtet von zwei bis drei Vorsprachen bei Vizekanzlerin Riess-Passer, einem Versuch bei Bartenstein und einem möglichen Versuch beim Kanzler selbst. In allen Fällen hat der Magna-Manager versucht, die Minister vom Eurofighter zu überzeugen. Er hat sich damit in den Beschaffungsvorgang eingemischt.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Regierungsmitglied sich von der persönlichen Meinung von Siegfried Wolf beeinflussen lässt.“ Wolf ist vielleicht der einzige, der sich das nicht vorstellen kann.
In der Folge haben Wolf und Magna:
· Infrastrukturminister Reichhold bei Magna angestellt;
· FPÖ-Klubobmann Westenthaler bei Magna angestellt;
· Riess-Passers Ehemann Michael Passer einen Vertrag als Steuerberater gegeben.
Das alles hatte nur einen Grund, den Frank Stronach einmal schön am Beispiel Westenthaler beschrieb: „Bei uns werden gute Politiker jedenfalls immer Arbeit finden.“ Auf die Frage der ÖVP-Abgeordneten Fekter, ob auch Grüne auf der Gehaltsliste von Stronach und Wolf stünden, fällt Wolf kein Beispiel ein. Aus guten Gründen.
Siegfried Wolf ist ein Grund, warum der Untersuchungsausschuss diese Zone zwischen Politik und bestimmten Unternehmen genau ausleuchten muss. Heute haben wir damit begonnen."
02. FEBRUAR 2007
Nachlese: Gestern war auch Frank Stronach im Ausschuss. Er hat alles für Österreich getan. Magna hat auch alles für Österreich getan. Aber warum soll Österreich dafür fünf Milliarden Euro bezahlen? Das „Wirtschaftsblatt“ hat im November von einem FPÖ-Geheimtreffen bei Stronach in Oberwaltersdorf berichtet. Stronach erinnert sich nur an ein „Charity-Dinner“. Gut gelaunt beantwortet er meine Fragen dazu. Ja, Riess-Passer sein da gewesen, sie habe schließlich gekocht. Ja, Westenthaler ziemlich sicher auch. Grasser eher nicht, aber er könne es nicht ausschließen. An die sonstigen Personen könne er sich nicht erinnern, aber es wären so etwa 15 gewesen. Über Eurofighter ist nicht gesprochen worden.
15 Charity-Esser - Stronach fängt auch hier klein an. Was Riess-Passer gekocht habe? Eierspeise mit Pilzen. Die Folgen der freiheitlichen Eierspeise sind bekannt: Kurz danach änderten Riess-Passer und Grasser den Kurs ihrer Partei von Gripen auf Eurofighter.
Mehr über den Eurofighter findet sich auf der Webseite:
http://www.hpmartin.net/News_19_2006__Der_Eurofighter_Skandal.html
Und auch NEWS schreibt erbauliches über den österreichischen Sumpf der sich so gar nicht von Italien unterscheidet:
http://www.news.at/articles/0706/10/164998_s5/susi-sorglos-paket-tintenfischeintopf-nichts-konkretes-eurofighter-ausschuss
MAN KÖNNTE ALSO WISSEN, WENN MAN DENN WOLLTE, MIT WEM MAN HIER INS BETT STEIGEN WILL. ABER WISSEN DAS AUCH DIE OPELIANER? UND WÄREN SIE DANN IMMER NOCH BEGEISTERT VON MAGNA. DABEI FEHLT JA NOCH DIE RUSSISCHE KOMPONENTE.
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Zeit zum Handeln!
...bleibt nicht mehr viel. Jürgen Roth liefert zur rechten Zeit brisante Hintergrundinformationen, die nicht nur jeden Opelianer, voran den Gesamtbetriebsrat mit seinem couragierten Vorsitzenden, sondern auch jeden Gewerkschafter, Beschäftigten, sofort aus der Reserve bringen sollte. Hat sich doch in den letzten Wochen gezeigt, wohin dieser Zug in der Opelgeschichte voraussichtlich fahren wird. Da treibt es sogenannte Investoren wie die Fliegen auf den Honig, die eines gemeinsam haben: Milliarden vom Staat kassieren. Als Monopoly-Globalplayer stets gewohnt, schnell und preiswert die Schlossallee sich einzuverleiben, Profit mehr Profit hinzuzufügen, hofieren sie darüber hinaus eine Regierung-Merkel und Landesregierung-Koch, die längst unzweideutig Klartext gesprochen und Stellung bezogen hätten, wären da nicht die leidlichen Bundestagswahlen oder wie Georg Schramm sagen würde, der Blick auf den Urnenpöbel. Für wen das Timing in diesem Zusammenhang schlecht ist, steht noch aus. Über die vorzulegenden Konzepte erfährt der Bürger dieser Republik, der und dessen Kinder und Kindeskinder nämlich alle Zechen, von KFW über IKB und diverse Landes- und Privatbanken in der Zukunft zu zahlen haben, herzlich wenig. Seit über zwei Jahren strapazieren Regierungskommentare und Medienmeldungen bewußt unser Kleinhirn mit schwindelerregenden Summen. Daher an dieser Stelle eine Hervorhebung: eine Milliarde hat 1.000 Millionen!! Neben dem neuen finanziellen Aderlass des Staates zugunsten dubioser möglicher Firmenübernehmer hat man in allen Medien, einschließlich Teletext Fernsehen von dieser Seite bereits die Katze aus dem Sack gelassen: man überbietet sich schamlos in der Zahl jener Tausender Arbeitsplätze, die man streichen will. Allen voran Fiat. Jeder möchte das fürstliche Salär entgegennehmen, um den Auftrag des Totengräbers eines an sich gesunden Unternehmens mit guter Auftragslage und Nachfrage international zu erhalten. Lange war klar, daß die Konzernmutter GM nicht nur krank, sondern dem baldigen Tode geweiht war. Oder hatte einer der jetzigen Bewerber Investitionsinteresse an GM? Natürlich nicht. Eine Tochter wie Opel Deutschland hätte sich längst davon trennen müssen. Mit Freude, nicht nur als ehemaliger Konzernbetriebsrat und Anhänger genossenschaftlicher Selbstverwaltung, habe ich gern vernommen, daß, sollten die Konzepte nicht greifen, der Opel-Betriebsrat Maßnahmen in Richtung Opel-Übernahme durch die Beschäftigten überlegen wird. Doch Betriebsrat wie IG Metall-Vorstand müssen sich fragen lassen, wieso man anbetracht der klaren Entlassungsankündigungen so zögerlich ist. Wer auf die Hilfe der Poltik hofft, wird spätestens dann erkennen, daß man einem Trugschluß aufgesessen war, wenn die erste Erde auf die Särge fällt. Ich weiß, Arbeiter-/Mitarbeiterselbstverwaltung ist leider und zu Unrecht ein unbekanntes Thema/Mittel für die Gewerkschaften insgesamt, was aber nicht immer so war. Und Opel ist kein Einzelfall schaut man sich bundesweit andere Branchen an. Betriebsräte, Gewerkschaften werden sich neu orientieren müssen und mit allen Beschäftigten darauf hinwirken, daß Opel Deutschland kein Bestattungsunternehmen wird. Und bei dieser Gelegenheit möchte ich an dieser Stelle, kein Platz im Internet wäre der am besten geeignete, meiner Mischung aus Enttäuschung,Traurigkeit, aber auch Wut Ausdruck verleihen, die stets noch Hoffnung in meinem Herzen produziert: daß Betriebsräte und Gewerkschaften baldmöglich erkennen, daß über den Kampf um mehr Cent und Euro, um Arbeitsplatzsicherung usw. nicht vergessen wird, sich mit dem notwendigen Bildungsbedarf in Sachen Korruption und Wirtschaftskriminalität schnellstmöglich zu beschäftigen. Denn wer die neue Seite www.mafialand.de aufmerksam verfolgt, neben der Lektüre der Bücher des Autors Jürgen Roth, wird nicht übersehen können, welche Gefahren unserer Gesellschaft, Demokratie, durch Organisierte Kriminalität, Wirtschaftskriminalität, durch die Mafia verschiedener Spielart schlechthin, drohen. Nach VW und Siemens ist man schnell zur Tagesordnung übergegangen, nun eingefangen im Spinnennetz der Finanzkrise, wo sich die Politik bundesweit intensiv bemüht, die Menschen in der Rolle der Maus vor der Schlange belassen zu wollen. Nur wer die Gefahren erkennt, die uns bereits durch die Mafia drohen, ist in der Lage, dagegen zu handeln. Und hierzu ist man nicht zuletzt wegen unserer Kinder aufgerufen, deren Wohl unsere Politiker so gern im Munde führen. Vor 8 Jahren bin ich der Organisation Business Crime Control beigetreten, um nicht untätig zu sein. Ergänzende wertvolle Informationen zum Thema kann man dort unter www.wirtschaftsverbrechen.de erhalten. Wolfgang Patzner - Offenbach am Main.