ZUSAMMENHÄNGE AUFZEIGEN DIE NICHT INS VORGEFASSTE DENKMUSTER PASSEN IST SEINE SACHE NICHT. BERNHARD HONNIGFORT SCHREIBT NUN, WIE ZU ERWARTEN, EBENFALLS ÜBER DEN STRAFPROZESS GEGEN DIE BEIDEN KOLLEGEN GINZEL UND DATT.
Immerhin muss man ihm zugestehen, dass er bei den Verhandlungen in Dresden anwesend war. Und daher schrieb er am Samstag auf der Medienseite der Frankfurter Rundschau einen Bericht. Unheimlich ausgewogen. Zwar hatte er, wie seine Kollegin Schlottmann, ausführlich mit der Staatsanwaltschaft kommuniziert und irgendwie war das Du herauszuhören. Und selbstverständlich hat er kein einziges Wort mit den angeklagten Journalistenkollegen gesprochen. Auch nichts darüber geschrieben, was die "Angeklagten" und ihr Anwalt an Argumenten vorbrachten. Das würde ja nicht ins Weltbild passen.
Allein die Überschrift zeigt, über welche literarischen Qualitäten der Autor verfügt: "Der Sumpf, der eine Ente war". Bei solch einer Überschrift kann es im Verlauf des Artikels schon mal passieren, dass man einen der Zeugen, einen Richter a.D., als Günther Schnars beschreibt, obwohl es richtigerweise Günther Schnaars heißen müsste. Und der Journalist bemerkt feinsinnig, dass die beiden Journalisten "sich mit messdienerhaftem Eifer Notizen machen, ao als seien sie Prozessbeobachter und nicht die Angeklagten". Das ist aber eine kluge Formulierung!
Herrn Honnigfort wäre genau das einmal zu empfehlen gewesen - sich Notizen zu machen von den Prozess zu machen, auch was sich so im Umfeld getan hat, wenn sich Richter, Staatsanwälte und andere hochstehende Juristen, also Vorgesetzte des verhandelnden Richters, treffen. Auch von dem, was während des Prozesses von den Anwälten der beiden "Angeklagten" vorgetragen wurde. Irgendwie drängt sich der Eindruck auf, dass die beiden Kollegen deshalb von Honnigfort journalistisch gemobbt werden, weil sie sich nicht an die offiziellen Verlautbarungen der Staatsanwaltschaft gehalten haben, sondern selbst recherchierten und dabei - wie andere Kollegen auch - auf Widersprüche aufmerksam machten. Doch wer Aussagen der Staatsanwaltschaft als unantastbare Wahrheiten ansieht, von dem ist natürlich nichts anderes zu erwarten. Gut, dem journalistischen Ethos widerspricht das zwar - aber der spielt da hinten in Sachsen ja bei bestimmten Medienvertretern wahscheinlich keine große Rolle. Irgendwie erinnert das ein wenig an längst überwunden geglaubte Zeiten der absoluten Staatshörigkeit.
Deshalb durfte dann am Ende des Artikels nichts von dem fehlen, wass Honnigfort bereits in den letzten Jahren hingeschmiert hat: Der Sachsensumpf ist eine Melange aus Hysterie, Halbwahrheiten, Gerüchten und Verschwörungstheorien.
Nur kurz zur Erinnerung. Alle Fälle des Verfassungsschutzen die untersucht wurden, ob italienische OK, Rockerbanden oder russischen OK sind bis heute unbeanstandet geblieben. Nur jener brisante Teil, der sich mit dem Leipziger Filz beschäftigte, in dem auch Politiker und Juristen verstrickt sein sollen, ist bis heute eben nicht vollkommen aufgeklärt. Und weil das so ist wird es in der Zukunft einen zweiten Untersuchungsausschus zum Sachsensumpf geben, einberufen von der Partei die Linken wie der Partei Die Grünen. Und auch die SPD wird diesen Untersuchungssausschuss unterstützen.
In den sächsischen Medien wurde das berichtet. Im Artikel von Herrn Honnigfort fehlt dazu jeder Hinweis. Das würde ja seinen gesamten Artikel mit einem Schlag als vollkommen unglaubwürdig hinstellen. Schade nur das die FR einem solchem Journalisten eine Bühne bietet.
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Warum fehlen wichtige Tatsachen ?
Statt diese Tatsachen zu benennen, hören Sie lieber irgendwie ein Du heraus. Mit überzeugender Argumentation hat das wirklich nichts zu tun.